Bericht
Boxen unter evangelischen Vorzeichen
"Das verrückteste Projekt, das die Diakonie je gemacht hat"
Schon seit rund vier Jahren trainieren rund 35 Jugendliche und junge Erwachsene das Boxen in der Sporthalle des Evangelischen Gymnasiums in Bad Marienberg. Nun haben sie einen eigenen Boxring bekommen.
Feierliche Eröffnung
Am Donnerstag Abend (24.03.11, 18 Uhr) ist das neue Trainingsgerät feierlich eröffnet worden. Schulleiter Hartwig Scheidt, Marco Stalp von der Abteilung Jugend und Soziales der Verbandsgemeinde Bad Marienberg, sowie Bernd Kreh, Wilfried Kehr und Olga Schülein vom Diakonischen Werk wurden Zeugen eines kurzen Boxtrainings. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von der Popgruppe „Luna“. Bernd Kreh, Fundraiser beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, nahm die offizielle Eröffnung vor. Er nannte den Boxring: „Das verrückteste Projekt, dass die Diakonie je gemacht hat“, und wünschte den Jugendlichen alles Gute für das Training und Gottes Segen.
Boxen als Alternative zur Gewalt
Die jugendlichen Boxer sind Teilnehmer des Projekts: „Boxen als Alternative zur Gewalt“ des Diakonischen Werkes im Westerwald. Die meisten kommen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, einige sind aber auch aus dem Kosovo oder aus Deutschland.
Frust ablassen und Selbstbewusstsein stärken
Der Leiter des Diakonischen Werks im Westerwald, Wilfried Kehr, steht voll hinter dem Projekt. „Mit einem solchen Angebot wie dem Boxen geben wir den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mal richtig auszupowern“, sagt Kehr, „Frust und Aggressionen können durch den Sport abgebaut werden. Trotzdem fördert das Boxtraining Disziplin, die Einhaltung von Regeln und das Selbstbewusstsein der jungen Leute wird durch Erfolgserlebnisse im Wettkampf gestärkt. Das ist wichtig für Jugendliche, die in Beruf und Gesellschaft wegen ihres Migrationshintergrundes manchmal auf Schwierigkeiten stoßen.“ Das Diakonische Werk mit Sitz in Westerburg bietet im Westerwald seit rund 20 Jahren Integrationsprojekte für junge Menschen mit Migrationshintergrund an.
Optimale räumliche Bedingungen
Die Boxer trainieren in Bad Marienberg dienstags und donnerstags zwischen 18 und 20 Uhr. „Die Jugendlichen dürfen die Sporthalle des Evangelischen Gymnasiums zu diesen Zeiten kostenfrei benutzen, dafür sind wir der Schulleitung sehr dankbar“, erzählt die Leiterin des Projekts, Sozialpädagogin Olga Schülein vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes im Westerwald. „Hallenzeiten in der Umgebung zu bekommen ist bisweilen sehr schwierig.“ Ihren abbaubaren Boxring dürfen die Jugendlichen in einem eigens bereitgestellten Raum in der Sporthalle lagern.
Der Trainer kommt aus der Urkaine
Trainiert werden die jungen Leute zwischen 10 und 25 Jahren von Vladislav Edelmann. Er hat in seinem Heimatland Ukraine sechs Jahre lang in Amateurklassen geboxt. Seine Arbeit als Gruppenleiter in Bad Marienberg wird von zwei ehrenamtlichen Helfern unterstützt.
Finanzierung
Die Finanzierung des Boxrings wurde durch eine Spende der DFB-Stiftung Egidius Braun von 2000 Euro möglich. Das deckte allerdings die Kosten für den Ring mit Stahlrahmen, Seilen, Bodenmatten und anderem Zubehör nicht ganz. So musste die Diakonie noch rund 1600 Euro aus Eigenmitteln drauflegen.
Sabine Hammann-Gonschorek
zurück | letzte Aktualisierung: 25.03.2011 | copyright by EKHN