Meldung

31. August 2006

Getreide als Energielieferant durch Verbrennung und Bestandteil beim Abendmahl

Für und Wider der Getreideverheizung und Arbeitshilfe




Für Christen hat Brot, das vorwiegend aus gemahlenem Getreide besteht, eine besondere Bedeutung, wie der Vers „Unter tägliches Brot gib uns heute“ im Vaterunser zeigt. Außerdem erhält es eine tiefgründige Bedeutung beim Abendmahl, dort verweist das Brot auf den Leib Christi.

Getreide als Energieträger

Welche Haltung gegenüber der Getreideverheizung können nun Christen vor diesem Hintergrund einnehmen? Getreide wird verbrannt, um Strom und Wärme zu erzeugen, um so die fossilen Energieträger zu schonen und damit soll es dazu beitragen, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.

Haltung aus christlicher Sicht zur Getreideverbrennung

Dr. Maren Heincke, Beauftragte für den ländlichen Raum im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN (ZGV), schreibt in einer Stellungnahme: „Keine der theologischen Traditionen vollzieht den Umkehrschluss, demzufolge das Getreide an sich heilig wäre.“ Es bestehe theologisch gesehen kein begründbarer Widerspruch zwischen der hohen Wertschätzung des Lebensmittels Getreide und der Verwendung von Getreide für eine umweltverträglichere Energieversorgung.
In dem Text, den sie im Auftrag der Kirchenleitung der EKHN verfasst hat, erläutert sie: "Im Sinne der christlichen Freiheit zur Weltgestaltung sind neue Verwendungsarten des Getreides durchaus legitim, so lange damit tatsächlich ein relevanter Beitrag zu den hohen ethischen Zielen der Stillung menschlicher Grundbedürfnisse, der Bewahrung der Schöpfung und des Klimaschutzes geleistet wird."

[RD]