Meldung

16. Mai 2008

Der Mensch als Teil des Orchesters der Natur

Umweltreferent umreißt neues Weltbild im Brief an die rheinland-pfälzische Umweltministerin



Eine Haltung der Ehrfurcht und Demut vor der Dynamik des Lebens empfiehlt Pfarrer Dr. Hubert Meisinger, Umweltreferent im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN, in seiner Stellungnahme zur so genannten „Mainzer Erklärung“ zur biologischen Vielfalt. Diese wurde auf der Sonder-Umweltministerkonferenz der Länder am Dienstag, dem 7. Mai 2008, in Mainz beschlossen. Seine Haltung hatte er in einem Brief Margit Conrad, der rheinland-pfälzischen Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz 8. Mai 2008 mitgeteilt.

Grundsätzliches Umdenken gefordert

Meisinger macht deutlich, dass er in dem Mainzer Papier ein grundsätzliches Umdenken vermisst. So hält er es für notwendig, das Weltbild infrage zu stellen, das unsere technisierte und industrialisierte Welt bestimme. Es bedürfe eines Zugangs aus einer Perspektive, die zwar den technischen Zugang integriere, ihm aber weitere Elemente hinzufüge. So entstehe die Wertschätzung der biologischen Vielfalt nicht allein durch Kenntnis, sondern auch durch konkretes Erleben.

Über unmittelbare Lebensumwelt des Menschen staunen und wundern

Selbst Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler staunten und wunderten sich, wenn sie in Grenzbereichen der Natur forschen, beispielsweise über die Vorgänge im unendlichen Weltall oder über die winzigsten Teilchen. „Und aus diesem Staunen und Wundern erwächst zunehmend eine Haltung der Ehrfurcht und Demut“, so Meisinger. Nun gelte es, diese Haltung auf die unmittelbare Lebensumwelt des Menschen zu übertragen. So sei die gegenwärtig geltende technische Vernunft um eine Vernunft der Lehre von der Dynamik des Werdens zu ergänzen. Hier zitiert er Albert Schweitzers ethischen Imperativ: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ In dem Weltbild, das Meisinger umreißt, ist der Mensch ein „Teil des Orchesters der Natur und nicht (nur) als dessen Dirigent zu verstehen.“


[Rita Deschner / DB /PS]