Bericht

23. Februar 2010

Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke: Aktionstag in Biblis

EKHN plädiert für den Ausbau erneuerbarer Energien



Der Aktionstag am 24. April 2010 „Atomkraft abschalten“
Beginn um 12.30 Uhr am Atomkraftwerk Biblis
Kundgebung um 14 Uhr 
Umzingelung des Kraftwerkes um 15 Uhr
www.anti-atom-umzingelung.de

Argumente: Pro- und Contra Atomkraft
von Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Beauftragter für Umweltfragen des Rates der EKD
(PDF)

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„Atomkraftwerke abschalten! Auf nach Bilbis!“ So lautet der Appell von Umweltschutzverbänden und Anti-Atom-Initativen für den 24. April 2010. Sie rufen dazu auf, das Atomkraftwerk Biblis zu umzingeln. Mit der Aktion sprechen sich die Initiatoren gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und für den Ausbau erneuerbarer Energien aus.

Umweltpfarrer steht hinter der Aktion

„Ich begrüße diesen Aktionstag,“ macht Pfarrer Dr. Hubert Meisinger, Umweltpfarrer der EKHN, deutlich. Er fügt hinzu, dass er auf einen friedlichen Verlauf hoffe. Bereits im Februar 2010 hatte Meisinger deutlich eine mögliche Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerkes Biblis abgelehnt. Er hatte betont, dass es aus  Sicht der EKHN zu kritisieren sei, dass die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger offen über eine Laufzeitverlängerung des AKW Biblis nachdenke und das Potential erneuerbarer Energien nicht wirklich ausschöpfe.

Appell an verantwortliche Politiker und Konzernleitungen

Zustimmung erhält der Aktionstag in Biblis auch vom evangelischen Dekanat Groß-Gerau. Es ruft dazu auf, sich an den Protestaktionen zu beteiligen, um Politikern und Energiekonzernen deutlich zu machen, dass die Menschen keinen Atomstrom und keine Laufzeitverlängerungen für diese risikoreiche Technologie wollen. „Wir appellieren angesichts der bevorstehenden Verhandlungen an die Verantwortlichen in den Parlamenten, Regierungen und Konzernleitungen, statt in Atom-Energie zu investieren sich für umweltfreundliche, erneuerbare Energien zu engagieren,“ heißt es in einer Mitteilung. Die jetzige Bundesregierung prüft derzeit, wie lange Atomkraftwerke noch am Netz bleiben sollen.

Angesichts des hohen Sicherheitsrisikos und der nicht lösbaren Frage nach der Endlagerung des Atom-Mülls hält das Dekanat eine Laufzeitverlängerung für unverantwortlich -  sowohl gegenüber den jetzt lebenden Menschen als auch gegenüber den Kindern und Enkeln.

Kirchenleitung regte zu einer "Energieeffizienzrevolution" an

Da ein Teil der Kraftwerke veraltet ist, soll die heutige Stromerzeugungskapazität bis zum Jahr 2020 ersetzt werden. Vor diesem Hintergrund hatte im Jahr 2006 die  Kirchenleitung der EKHN gefordert, diese Situation „für eine nachhaltige Energieversorgung zu nutzen und eine Energieeffizienzrevolution einzuleiten.“ Bei der Atomkraft stünde kurzfristiger ökonomischer Nutzen und langfristiger Zeit- und Verantwortungshorizont in keinem angemessenen Verhältnis.



[Rita Deschner, Heidi Förster, Hubert Meisinger]