Stellungnahme

Themen-Special "Japan"

14. März 2011

Wiesbadener Propst Rink stellt Fragen an die Atompolitik in Deutschland

Fürbitten für Fukushima

Der Propst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Sigurd Rink, hat angesichts der Angst vor einem atomaren Gau in den japanischen Atomkraftwerken Fukushima und Onagawa zu Fürbitten für die Betroffenen im Bereich der Atomanlagen und für die Opfer des Tsunami aufgerufen. Da der Super-Gau mit einer Kernschmelze unmittelbar bevorzustehen scheine, gelte es, Gott um Beistand und Hilfe zu bitten.

Kritik an Atompolitik in Deutschland

Schon gestern (13.3.) hatte der leitende Geistliche für die Propstei Süd-Nassau bei einer Predigt in Rehe bei Rennerod (Westerwald) sich kritisch mit der Atompolitik in Deutschland auseinandergesetzt. Unter dem biblischen Wort „Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" sagte er, die Welt habe aus der Atomkatastrophe vor 25 Jahren in Tschernobyl nichts gelernt.

AKW Biblis steht im Oberrheingraben auf tektonisch unruhigem Gebiet

Wenn die Naturkatastrophe in Japan das Land an einen wahrhaften Abgrund brächte, sei dies ein Menetekel, möglichst rasch einen „Einstieg in den Ausstieg“ zu finden und höchste Anstrengungen zu unternehmen, um alternative Energiegewinnung durch Wasser, Wind und Sonne voranzubringen. Die Situation in Hessen und Rheinland-Pfalz sei zwar eine partiell andere, als in Japan. Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch hier gravierende tektonische Verschiebungen im Oberrheingraben stattfinden und die alten Atomkraftwerke (AKW) wie in Biblis könnten davon unmittelbar betroffen sein.

Gesamteuropäische Lösung anstreben

Die von der Bundesregierung neu beschlossenen Restlaufzeiten der Atommeiler sollten auf die Vereinbarungen der rot-grünen Regierungskoalition zurückgeführt werden. Wichtig erscheine ihm zudem, an gesamteuropäischen Lösungen zu arbeiten, damit für die Atomanlagen an nationalen Außengrenzen eine schnelle Lösung gefunden werde.

Dr. Roger Töpelmann