Stellungnahme

Themen-Special "Japan"

14. März 2011

Japan: Risiken der Kernenergie werden vor Augen geführt

Umweltpfarrer Dr. Hubert Meisinger äußert sich zur Erdbebenkatastrophe

Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung
Pfarrstelle für Umweltfragen

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Dr. Hubert Meisinger, Umweltpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, zeigte sich am Sonntag, 13. März 2011, bestürzt von den Ereignissen in Japan: „Wir fühlen mit den Menschen dort und bitten alle Christinnen und Christen, sie in ihre Gebete einzuschließen.“

Mitgefühl mit den Menschen vor Ort

Bei aller notwendigen politischen Diskussion um Kernenergie, die sofort eingesetzt habe, dürften die Menschen nicht vergessen werden, die ihre Angehörigen durch den Tsunami verloren haben, die jetzt vor Ort als Helfer tätig sind und die alle in großer Ungewissheit auf die drohende Katastrophe blicken: „Weltweit sind alle Augen auf Ostasien gerichtet – die Bilder von den Auswirkungen des Unglücks und der Evakuierung der Bevölkerung  sind erschreckend.“

Risiken der Kernenergie sind nicht beherrschbar

„Die Situation ist beunruhigend“, fährt Meisinger fort, „die Risiken der Kernenergie werden fast 25 Jahre nach Tschernobyl auf dramatische Weise erneut deutlich vor Augen geführt.“ Diese Technologie sei nicht mit 100prozentiger Sicherheit beherrschbar. „Selbst  wenn die Wahrscheinlichkeit eines Eintretens sehr gering ist, sollte jegliches Risiko vermieden werden, das oberhalb einer Katastrophen-Schwelle angesiedelt ist.“ Im Sinne des Vorsorge-Prinzips plädiert Meisinger für einen Verzicht auf diese Technologie und entsprechende Änderungen in der Energie-Politik der Bundesregierung.

Zerbrechlichkeit des Lebens

Meisinger verweist auf eine Predigt des Präses der EKD Nikolaus Schneider, der am Wochenende im ZDF-Fernsehgottesdienst zum Auftakt der Fastenaktion "7 Wochen ohne" die deutliche Kritik der Kirche an der Atomenergie bekräftigt und die Zerbrechlichkeit des Lebens betont hat. Ähnlich hatte sich auch schon Präses Alfred Buß von der Evangelischen Kirche in Westfalen geäußert.

Dr. Hubert Meisinger, Umweltpfarrer
im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN