Meldung

31. August 2007

Weltkindertag: Kirche engagiert sich für gleiche Bildungschancen

Evangelische Kirche bietet umfangreiche Angebote für Kinder und Jugendliche  



Am 20. September ist Weltkindertag, der von den Vereinten Nationen vor 53 Jahren ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, an diesem Tag auf die Rechte der Kinder aufmerksam zum machen. "Dies ist auch heute dringend notwendig, denn noch immer haben Kinder in Deutschland nicht die gleichen Rechte!" betont Simone Reinisch, Referentin für die Arbeit mit Kindern im Zentrum Bildung der EKHN.

Bildung als Chance für sozial benachteiligte Kinder

Sie nennt ein Beispiel: "Kinder aus Familien, die in Deutschland unter Armut leiden, erreichen selten einen akademischen Abschluss." Auch Kirchenpräsident Steinacker hatte bei der Eröffnung der Evangelischen Schule in Bad Marienberg am 31. August 2007 darauf hingewiesen, dass sozial benachteiligte Kinder meist auch geringere Bildungschancen haben. Dies habe zur Folge, dass viele von ihnen "ihr Leben nie ganz aus eigener Kraft und Verantwortung leben werden." Deshalb bezeichnete Steinacker die jüngst vom Kinderschutzbund vorgelegten Zahlen, denen zufolge über 1,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren von Sozialhilfe abhängig sind, als "alarmierend".

Das neu gegründete evangelische Gymnasium in Bad Marienberg soll ein Beitrag der Kirche gegen diese Entwicklung sein. So wurde beispielsweise die Schule als Ganztagsschule konzipiert und die Schüler tragen eine einheitliche Schulkleidung, die soziale Ausgrenzung verhindern soll.

Kinderrechte werden in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt

Neben den vier evangelischen Schulen ist die EKHN vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv. "Wir stärken Heranwachsende in Kinder- und Jugendgruppen, im Kindergottesdienst, bei Jugendfreizeiten, in Projekten und Veranstaltungen", erklärt Simone Reinisch. Zu den Grundsätzen der evangelischen Jugendarbeit gehört, dass die Kinder und Jugendlichen mitbestimmen. In Stuhlkreisen können sie darüber zu sprechen, was sie bewegt und ihre Konflikte gewaltlos austragen. Außerdem werden Jugendliche häufig selbst als ehrenamtliche Mitarbeitende aktiv. "Es ist dringend notwendig, dass Kirche in diesen Bereich auch in Zukunft investiert." Die biblische Tradition dürfte dieses Anliegen unterstreichen, wie die Jesusworte deutlich machen: "Lasset die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran."  

Kinderrechte im Grundgesetz

Heute am Weltkindertag fordern viele Aktionen Bündnisse und Vereine die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Simone Reinisch unterstützt den Vorschlag, "so würde das Kindeswohl in den Mittelpunkt gestellt werden".

[Rita Deschner/SR]

Kinderrechte:

  • Alle Kinder haben die gleichen Rechte.
  • Keinem Kind darf Gewalt angetan werden.
  • Niemand darf Kinder ausbeuten.
  • Jedes Kind hat das Recht, seine Meinung zu sagen und muss angehört werden.
  • Kinder sollen bei ihren Eltern aufwachsen dürfen.
  • Kinder müssen im Krieg, bei Katastrophen und auf der Flucht geschützt werden.
  • Behinderte Kinder haben das Recht, besonders betreut und gefördert zu werden.
  • Kinder haben das Recht auf medizinische Hilfe.
  • Kinder haben das Recht, eine Schule zu besuchen.
  • Kinder dürfen spielen und sich erholen.