Meldung

3. Februar 2012

Impulse für eine gelingende Beziehung zwischen Eltern und Kindern



Ev. Zentrum für Beratung in Höchst
Leverkuser Straße 7
65929 Frankfurt
Telefon: 069 - 759367210
Telefax: 069 - 759367211
lebensberatung-hoechst@erv-fb1.de
www.beratungszentrum-hoechst.de

Evangelische Beratungsstellen

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann zu einem echten Test für das Nervenkostüm werden. Judith Rosner, die Fachleiterin der Familien-, Erziehungs- und Jugendberatung im Evangelischen Zentrum für Beratung in Höchst, weiß aus Erfahrung, welche inneren Einstellungen und welche Art des Umgangs für eine gute Beziehungs-Basis sorgen.

Aus der Praxis hat sie einige Impulse für Eltern zusammen gestellt.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Anregungen eine persönliche Auseinandersetzung, eine Beratung oder Therapie nicht ersetzen können.

 

  • Kinder entwickeln sich in Beziehungen: Positive Beziehungserfahrungen bilden sich innerpsychisch ab und stärken die psychische Widerstandskraft bei Kindern wie bei Eltern.

  • Verlässlich und feinfühlig sein: Wer sich in sein Kind einfühlt, auf seine Besonderheiten eingeht, bietet ihm einen sicheren Hafen. Kinder zeigen einem sehr genau, was wann dran ist, wenn man sich auf sie einstimmt und ihre Bedürfnisse lesen lernt. Ratgeber können in manchen Situationen hilfreich sein, ersetzen aber nicht den Austausch mit der Familie, anderen Eltern und Freunden.

  • Gefühle der Kinder spiegeln: Zur emotionalen und sozialen Kompetenz gehört, dass wir unsere Emotionen und Affekte lernen zu regulieren und dabei sind Eltern oder andere Bindungspersonen von zentraler Bedeutung. Wir spiegeln unseren Kindern ihre Gefühle und zeigen ihnen dadurch wie es in ihnen aussieht und wie man das nennt. Dies hilft den Kindern zu lernen wie sie selbst und auch wie andere sich fühlen, in welchem inneren Zustand sie sind. Die Fähigkeit zur  Empathie und zur Mentalisierung sind zentrale Kompetenzen, die sichere Bindung ist die Basis für Erziehung und Bildung. Und natürlich heißt das auch: Selbst ein gutes Modell sein.

  • Wer ausgehalten wird, lernt sich selbst auszuhalten: Konflikte gehören dazu. Es gilt, schwierige Gefühle wie Wut, Ärger, Eifersucht etc. auszuhalten und dem Kind zu vermitteln, dass sie genauso einen Platz haben. Jedes Kind hat ein Recht auf Wutanfälle. Kein Kind kann immer lieb und brav sein, sollte dies der Fall sein, müsste man sich eigentlich Sorgen machen.

  • Erziehung statt Leistungs-Dressur: Zum einen macht es Sinn, die Lern-Entwicklung des Kindes altersgemäß und entwicklungsadäquat zu fördern. Zum anderen sollten Eltern den Kindern Erfahrungsräume zu ermöglichen, in denen sie sich und ihre Beziehungen selbstwirksam entwickeln können. Dazu braucht es Bindungsbeziehungen, angemessene Reize, Bewegung und auch Inseln der Ruhe ohne mediale Dauerbeschallung.
    Keinesfalls ratsam wäre es, überzogene Leistungsansprüche zu stellen - wie die so genannte „Tigermama“. Leistungen durch radikale Methoden wie dem Verbrennen von Stofftieren zu erzwingen, erinnert eher an schlechte Dressur.

RD