Flughafenausbau
Flughafenausbau & Kirche
Die geplante Landebahn Nord-West ist Zündstoff für die Bewohner in den umliegenden Städten und Gemeinden. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport ist der Ausbau notwendig, da die Nachfrage nach Starts und Landungen während der Spitzenzeiten bereits jetzt etwa 15 Prozent über den aktuellen Möglichkeiten liege. Deshalb sollen die Flugbewegungen von derzeitigen 80 auf 120 Bewegungen pro Stunde erhöht werden. Zu der geplanten Flughafenerweiterung gehört neben der neuen Landebahn ein neues Terminal für Passagiere, erweiterte Flugbetriebsflächen sowie ein Ausbau der Autobahn A5.
Das wird Folgen haben: Mehr Arbeitsplätze sagen die einen, erhöhte Lärmbelästigung, Luftverschmutzung, Waldzerstörung
und Absturzgefahr sagen die anderen.
Eine Mediationsgruppe, die zwischen Befürwortern und Gegnern vermitteln sollte und in der auch beide Seiten vertreten waren, hat im Januar 2000 ein „Mediationspaket“ beschlossen. Zu dem Paket gehören fünf Punkte:
- die Optimierung des vorhandenen Systems,
- eine Kapazitätserweiterung durch Ausbau,
- ein Nachtflugverbot,
- ein Anti-Lärm-Pakt und
- ein Regionales Dialogforum.
Ergebnis der Mediation
weitere Schritte im Verfahren
Kirche als Mitglied im Regionalen Dialogforum
Die Szenen, die sich beim Bau der Startbahn-West in den 80er Jahren abgespielt haben, soll es diesmal nicht mehr geben: dort mit Schutzschilden bewaffnete Polizisten, hier steinewerfende Demonstranten und auf beiden Seiten zahlreiche
Verletzte. Deshalb gehörte zum Beschluss der Mediationsgruppe (Mediation = Vermittlung) ein Regionales Dialogforum, das für eine sachliche Auseinandersetzung zwischen den Interessengruppen sorgt. Gegner und Befürworter werden
an einen Tisch geholt und die Bürger sachlich über Themen wie die gesundheitlichen Auswirkungen von Fluglärm informiert. Eine friedliche Auseinandersetzung zwischen den Konfliktparteien strebt auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
an und ist deswegen auch
Mitglied in dem Forum. Kirchenrat Jörn Dulige, der Beauftragte der hessischen Kirchen bei der hessischen Landesregierung, vertritt dort die evangelische Kirche.
Regionales Dialogforum Flughafen Frankfurt
Evangelische Positionen
Die Synode (Kirchenparlament) der EKHN hat im April 2000 und im Dezember 2001 entschieden, dass sie die Ergebnisse des Mediationsverfahrens voll unterstützt. Damit forderte sie, dass der Flughafen nur ausgebaut und optimiert werden kann, wenn es ein Nachtflugverbot, ein Regionales Dialogforum und ein Anti-Lärm-Pakt zwischen Flughafen und der Region sichergestellt ist. Die Synodenbeschlüsse haben dazu geführt, dass „evangelische Flughafengespräche“ fest im innerkirchlichen Diskussionsprozess verankert wurden. Bisher haben 12 Gespräche stattgefunden, dabei haben die Vertreter der evangelischen Kirche im Regionalen Dialogforum und die dazugehörigen Projektteams die Vertreter aus den Anrainergemeinden über den Fortgang des Regionalen Dialogforums informiert und Anfragen und Einschätzungen aus den Gemeinden entgegengenommen.
Kirchenpräsident Steinacker hat im April 2005 Stellung zum Flughafenausbau im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Stellung bezogen und nachdrücklich eine rechtliche Absicherung des Nachtflugverbotes gefordert. Die Stellungnahme wurde der Anhörungsbehörde,
dem Regierungspräsidium Darmstadt zugesandt.
Einige evangelische Kirchengemeinden in der Rhein-Main-Region lehnen den Ausbau des Flughafens uneingeschränkt ab, was von der Synode der EKHN „respektiert“ wurde. Die Stellungnahmen einzelner Kirchengemeinden aus dem Jahr 2000 sind über
das Umwelt-Referat des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN erhältlich.
Hintergrundtexte und Beschlüsse der Kirche
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN