Anschläge in London
Muslime und Christen beteten gemeinsam für den Frieden
Friedensbotschaft aus Bibel und Koran verkündet„Ihr feigen Terroristen,“ waren die ersten Worten des Imams der DITIB-Moschee in Gießen während des islamisch-christlichen Friedensgebetes auf dem Gießener Kirchenplatz am 8. Juli 2005. Zu dem Gebet, das um 16 Uhr begann, hatten die muslimischen Gemeinden Gießens aufgrund der Anschläge in London aufgerufen.
Das fand Anklang: „Eine ganze Reihe von Passanten sind stehen geblieben und einige haben sich für die gute Idee bedankt,“ berichtete Klaus Weißgerber, Pfarrer der evangelischen Stadtkirchenarbeit in Gießen. Er schätzte, dass sich rund 100 Menschen an dem Gebet beteiligt hatten, viele Muslime seien gleich nach dem Freitagsgebet gekommen.
Die Friedensbotschaft der Bibel hatte Pfarrer Weißgerber verkündetet, indem aus dem Buch des Propheten Micha diesen Satz zitierte: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen.“ (4,3). Auch der Imam machte anhand der Sure 5.32 deutlich, dass Attentäter sich keinesfalls auf religiöse Inhalte, auch nicht auf den Koran berufen können. In der Sure steht: „Wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet.“
Bei dem Friedensgebet waren auch der katholische Dekan Jan Mäurer und Ramazan Kuruyüz, der Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, vertreten.
R. Deschner
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN