Für den Frieden in Nahost
Arabische Christen in Galiläa sind von den Angriffen der Hisbollah betroffen
Über die Menschen aus Deutschland: „Ihr schenkt uns Hoffnung“
„Wir haben als Christen allen Grund dazu, unsere Stimme lautstark zu erheben und für Mäßigung einzutreten. Beide Seiten müssen die Waffen niederlegen und verhandeln.“ Diese Worte schrieb am Montag, 31. Juli 2006, aus dem Krisengebiet in Nahost der Erzbischof der Melkitisch Griechisch-Katholischen Kirche von Galiläa, Elias Chacour. Der Priester, der außerdem ein Bildungszentrum für Palästinenser und die arabisch-christliche Mar-Elias-Universität gründete, schilderte aus dem Israelischen Haifa per E-Mail seine Eindrücke in einem Rundbrief.
Dörfer palästinensischer Christen betroffen
Er teilte mit, dass die christlich-arabische Bevölkerung in Galiläa unter dem gewaltsamen Konflikt leide. Viele der christlichen Gemeindemitglieder seien aus den Ortschaften Jish, Rama, Eilaboun, Fasuta, Miilya und Tarscheeba direkt betroffen. Auch das Zentrum von Nazareth, Haifa und der Ort Ibillin, in dem sich das palästinensische Bildungszentrum befindet, wurden von den Waffen der Hisbollah getroffen. Die Folgen seien, dass zunehmend Arbeitsplätze für arabisch-christliche Bevölkerung verschwänden und die Menschen kein Dach mehr über dem Kopf hätten.
Dank für Unterstützung
In bewegenden Worten macht Elias Chacour deutlich, wie wichtig die Unterstützung der Menschen aus Deutschland für die Betroffenen ist: „Vielen Dank für euer Mitgefühl, eure Gebete und eure finanzielle Unterstützung, um betroffenen Familien zu helfen. Eure Freundschaft macht in unserem Leben einen Unterschied. Ihr schenkt uns die Hoffnung, dass doch noch so viel Gutes im Menschen steckt. Bitte bleibt in Kontakt und seid euch gewiss, dass wir in eurem Namen Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit auf allen Seiten hier im Nahen Osten bauen.“
Weitere Auszüge aus dem Brief:
„In den letzten 10 Tage haben wir erlebt, dass wir gerade so überleben. Das ist pures Glück: Niemand ist mehr sicher vor den Raketen und Bomben, die täglich auf Haifa, Nazareth, Akko, Nahariyah, ja beinahe alle Städte und Dörfer des Nordens niedergehen. Die Raketen fallen rücksichtslos auf jeden, der ihnen zufällig im Weg steht. Genau wie auf der anderen Seite im Libanon ist hier niemand mehr sicher. Wir befinden uns inmitten von Waffengewalt und Hass von beiden Seiten.“
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„Wir haben als Christen allen Grund dazu, unsere Stimme lautstark zu erheben und für Mäßigung einzutreten. Beide seiten müssen die Waffen niederlegen und verhandeln. Wir spüren, dass wir den uralten Standpunkt „Auge um Auge - Zahn um Zahn“ - endlich hinter uns lassen müssen. Tatsächlich hat niemand mehr Zähne oder Augen, die er opfern könnte, alle Zähne sind wir bereits los geworden. Und wir sind erblindet und nun auch noch taub von dem Lärm der Raketeneinschläge beiderseits. Niemand hört mehr das Flüstern der Kinder, die verängstigt und in Todesangst sind, bevor sie niedergemetzelt werden!“
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„Wir haben keine Angst um unser Leben, weil das Leben früher oder später ohnehin endet. Vielmehr haben wir Angst um unsere Kinder und Enkelkinder, die Leben möchten, seien sie Juden, Palästinenser oder Libanesen. Werden sie jemals die Logik der Waffen überwinden und auf Gottes Gebote achten? Oder werden sie, Gott behüte, sich das römische Sprichwort zu eigen machen: "Der Mensch ist dem Menschen Wolf." Das ist es nicht, was Christus uns vorlebte und was er seinen Jüngern lehrte. Daran hat er nicht geglaubt und das ist weit von dem entfernt, wozu er uns einlud: `Liebe deine Feinde, segne, die dich verfluchen und vergelte nicht Unrecht mit Unrecht sondern Unrecht mit Gutem.´“
[RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN