Frieden

23. August 2007

Jüdische und palästinensische Jugendliche begegnen sich in Bad EMS


Zwei Wochen in Hessen und Nassau

 

Ein christlich-jüdisch-muslimisches Austausch-Projekt des Goethe-Gymnasiums und der evangelischen Kirchengemeinde Bad Ems ermöglicht es, dass sich jüdische und arabische Jugendliche aus der Region rund um Haifa kennen lernen. Sie leben nur wenige Kilometer voneinander entfernt und sind sich vorher noch nie begegnet.

Das Projekt

„Ein Friedensaustausch auf neutralem Boden“, nennt Dr. Holger Delkurt, evangelischer Schulpfarrer am Goethe-Gymnasium Bad Ems und Initiator des Projektes, eines der Besuchsziele. Er hofft auf bleibende Kontakte sowohl zwischen Palästinensern und Juden in Israel als auch zwischen Deutschen und israelischen Jugendlichen. Eine wichtige Säule des Projektes sei die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Menschenwürde. Das Thema will er bei einem Besuch in den Heimen Scheuern und in der ehemaligen NS-Tötungsanstalt Hadamar intensivieren. Zum Programm gehört auch eine Fahrt nach Brüssel, wo die Jugendlichen mit Vertretern der EU-Kommission über den Nahostkonflikt sprechen.

Erwartungen der Jugendlichen

Acht jüdische und acht palästinensische Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren sind am 12. August zusammen mit 16 Schülern des Goethe-Gymnasiums Bad Ems, bei denen sie untergebracht sind, im Rhein-Lahn-Kreis empfangen worden. Zwei Wochen werden sie in Hessen-Nassau bleiben. Was erwarten sie? „Let us be friends“, formulierte der Palästinenser Omer Torem. Die Lebensart deutscher Jugendlicher interessiert die Jüdin Marwa Usman und Vera Kölle aus Becheln fände es toll, wenn es mit einem Gegenbesuch klappt. „Wir versuchen das Kennenlernen auch durch gemeinsame Kneipenbesuche in Bad Ems zu erleichtern“, so die Gymnasiastin.

B.C. Matern/RD