Frieden
Jüdisch-pälästinensisch-deutscher Jugendaustausch: "Das Eis ist gebrochen"
Gegenbesuch geplant
„Das Eis ist gebrochen,“ sagte Ahmad Abu Elhija, Lehrer von der palästinensischen Highschool. Mit einer palästinensischen Schülergruppe hatte er an einem Austausch-Projekt des Bad Emser Goethe-Gymnasiums teilgenommen, das auch die evangelische Kirchengemeinde Bad Ems unterstützte. Jeweils acht jüdische und arabische Schüler trafen dort mit 16 deutschen Schülern vom 12. bis 27. August zusammen. Dabei waren die Schüler aus dem Nahen Osten bei den Jugendlichen des Goethe-Gymnasiums untergebracht.
Verbundenheit wie in einer großen, freundschaftlich verbundenen Familie
„Vor dem Projekt hat jeder mit seinen Vorurteilen über den anderen gelebt – jetzt konnten wir uns jenseits politischer Meldungen und den Schlagzeilen in den Medien kennen lernen“, erklärte die Jüdin Marwa Usman.
Nach dem Rückflug nach Israel werde das Internet als Verbindung zwischen einigen der Jugendlichen dienen, so Delkurt. Von einer „großen freundschaftlich verbundenen Familie“, zu der alle in den zwei Wochen zusammengewachsen seien, sprach die Palästinenserin Ghosoon Raed Khaleb. David Abt, der den Palästinenser Jamal Youist Knanek in Bad Ems beherbergte, ist sich sicher, dass nur bei jungen Leuten die Basis für den Frieden gelegt werden könne. „Der Austausch ist sicher ein kleiner aber wichtiger Schritt, das Klima zwischen Juden und Moslems in Israel zu verbessern.”
Frieden zwischen Deutschen und Juden sowie zwischen Palästinensern und Juden fördern
Initiator des Projektes war Dr. Holger Delkurt, evangelischer Schulpfarrer am Goethe-Gymnasium. Ziel des Austausches war, den Frieden im Nahen Osten zu fördern sowie die Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen. Dabei setzten sich die Jugendlichen mit den Themen Menschenwürde und Zivilcourage im Nationalsozialismus auseinander.
Sie besuchten die Heime Scheuern, eine der größten Behinderteneinrichtungen in Rheinland-Pfalz, die ehemaligen NS-Tötungsanstalt in Hadamar sowie die EU-Kommission in Brüssel. Die palästinensische und jüdische Schüler leben in Israel in der Region um Haifa zwar nur wenige Kilometer voneinander entfernt, sind sich vor ihrer Deutschlandreise aber noch nie begegnet.
Die Begegnung auf neutralem Boden sei zu einem kleinen „Friedenskeimling“ Osten geworden, sagte der Schulpfarrer Delkurt. Deshalb plant er einen Gegenbesuch der deutschen Jugendlichen im kommenden Jahr.
B.C. Matern/RD
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN