Frieden

02. Oktober 2007

Den Opfern von Bombenanschlägen ein Gesicht geben


Trauer um die Deutsch-Libanesin Hayat Dandache

 

Wer hört noch hin, wenn in den Nachrichten die Anzahl der Menschen  genannt wird, die bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen sind?

Die Deutsche Gemeinde im Libanon hatte sich für die 25-jährige Deutsch-Libanesin Hayat Dandache eingesetzt, die bei einem Bombenanschlag im  Libanon am 19. September 2007 schwer verletzt wurde. Die Gemeinde wollte Spenden sammeln, um sie in einem Spezial-Krankenhaus in Deutschland behandeln zu lassen. Gestern ist Hayat Dandache an ihren schweren Verletzungen gestorben.
Die fünf Pfarrer der EKHN, die zur Zeit im Libanon weilen, sind tief betroffen: "Wir haben gemeinsam eine Andacht für Hayat Dandache gehalten," teilte heute morgen Pfarrer Bernd Apel aus dem Libanon telefonisch der Online-Redaktion der EKHN mit.

Friederike Weltzien, die Pfarrerin der Deutschen Gemeinde im Libanon, schrieb:

Für mich hat das Wort "Opfer" ein Gesicht bekommen.
In Zukunft werden mich die Zahlen von noch mehr Opfern mit ihren Augen anschauen.

Gott erbarme dich!

Vor wenigen Tagen hatte Friederike Weltzien noch im Libanon-Blog mitgeteilt: "Nun liegt sie da, in der Intensivstation eines kleinen  Krankenhauses. Sie wird beatmet, ihr Gesicht ist in Gaze gehüllt, nur die Augen und die Nase und der Mund schauen noch heraus. Irgendetwas an ihrer verhüllten Gestalt strahlt Lebenswillen aus. Ich spüre, dass sie kämpft, sie gibt nicht einfach auf. Ich stehe da mit ihrem Mann, ihn schüttelt die Verzweiflung."

[Rita Deschner]