Frieden
Fürbitte für das geteilte Korea anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls
Christinnen und Christen in Nord- und Südkorea verfassten das Gebet
Nach ihrem Besuch bei kirchlichen Partnern in Nord- und Südkorea ruft Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten, gemeinsam mit dem Zentrum Ökumene der EKHN anlässlich des 20. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer am 9. November 1989 dazu auf, mit dem und für das noch immer geteilte koreanische Volk zu beten. Damit greift Sie eine Initiative des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland (EMS) auf, in dem die EKHN Mitglied ist.
In Korea wird jedes Jahr gemeinsam vom Versöhnungs- und Wiedervereinigungsausschuss des Nationalen Kirchenrates von Südkorea und dem Zentralkomitee des Koreanischen Christenbundes in Nordkorea für Gottesdienste zu Ostern und zum 15. August, dem Gedenktag der Befreiung Koreas nach der Kapitulation Japans 1945, ein Gebet für die Einheit des geteilten Landes formuliert. Den Aufruf und einen Auszug aus einem Gebet, das gemeinsam von Christen in Nord- und Südkorea verfasst wurde, finden Sie unten in dem grauen Kasten.
Wir bitten, auf das Gebet hinzuweisen und für die Verwendung in Gottesdiensten und Gedenkfeiern einzuladen.
Gebet für das geteilte koreanische Volk anlässlich des 20. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer
„Heute Deutschland, morgen Korea“, so war kurz nach der Öffnung Ostdeutschlands auf der Berliner Mauer zu lesen. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen. Aber die demilitarisierte Zone, die Nord- und Südkorea trennt, ist noch immer fast undurchlässig. Abgesehen von sehr sporadisch stattfindenden Familienzusammenführungen gibt es kaum wechselseitige Besuche und noch nicht einmal die Möglichkeit, sich gegenseitig Briefe zu schicken. Gemeinsam mit der EKD und vor allem mit dem Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) hat die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in den vergangenen Jahren die Bemühungen von Christen in Nord- und Südkorea unterstützt, sich für Versöhnung und Zusammenarbeit, für Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel einzusetzen. Anlässlich des 20. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer am 9. November 1989 wir dazu auf, mit dem und für das noch immer geteilte koreanische Volk zu beten.
Wir beten mit Worten, die gemeinsam von Christinnen und Christen in Nord- und Südkorea verfasst wurden:
Gott, du hast Christus zum Haupt der Kirche gemacht.
Du nennst uns Christen in Nord und Süd Salz und Licht der Welt. Leite uns, damit wir aus der Liebe Christi handeln und leben und gute Nachrichten weitergeben.
Leite unsere Kirchen in Nord und Süd, damit wir die Wirklichkeit des Leidens an der nationalen Trennung nicht verdrängen, sondern gemeinsam für Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel arbeiten.
Führe uns Christen in Nord und Süd zu gegenseitiger Offenheit, zur Bereitschaft, den andern zu verstehen, und lass uns gemeinsam Liebe üben.
Wir bitten darum, dass nicht neue Trennung oder Krieg auf der koreanischen Halbinsel über uns komme. Wir bitten darum, ein gesegnetes Land zu werden, in dem der Friede eines neuen Himmels und einer neuen Erde verwirklicht wird.
Im Vertrauen darauf, dass es in deiner Vorsehung, die alle Geschichte kennt, bereits einen Plan für Frieden und Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel gibt, beten wir zu dir im Namen Jesu Christi.
Amen.
(Bearbeitung: Lutz Drescher, EMS-Verbindungsreferent Ostasien und Indien)
[Dr. Joachim Schmidt]
zurück | letzte Aktualisierung: 23.10.2009 | copyright by EKHN