Bericht
Grenztürme - Mahnmale der Trennung werden zu Orten der Lebendigkeit
Begegnungen und Gedanken zum Thema „50 Jahre Mauerbau“
Wer Berlin besucht hat, erinnert sich sicher an diesen Moment: Der Gang durch das Brandenburger Tor. Dieser harmlose Spaziergang war jahrzehnte lang undenkbar, denn die DDR sorgte dafür, dass in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961eine Mauer mitten durch Berlin gebaut wird. Sie trennte Ost von West, zerschnitt Straßenzüge sowie U-Bahn- und S-Bahn-Verbindungen. Pfarrer Martin Vorländer aus Frankfurt umreißt die Bedeutung des trennenden Bauwerks: „Letztlich sind und bleiben solche Mauern
menschliche Bankrotterklärungen, die besagen: Wir konnten euch nicht unterwerfen.
Wir können nicht in Frieden miteinander leben. Dann schotten wir uns ab und lassen
den steinernen oder eisernen Vorhang runter.“ Seine weiterführenden Gedanken dazu wird er am Samstag, 13. August um 6.30 Uhr auf hr2 den Hörerinnen und Hörern verkünden. Seine Worte werden anschließend auch online verfügbar sein.
Privatfunkagentur
Gedenken an den verlorenen Bruder und Gräueltaten
Die Mauer symbolisiert bis heute menschliches Leid. So war das Video-Team der Privatfunkagentur der EKHN in Berlin Menschen auf der Spur, deren Schicksal eng mit dieser Grenze verbunden ist. Andreas Fauth, Chris Hüppmeier und Jörn von Lutzau sind Jürgen Litfin begegnet. Wenige Tage nach dem Bau der Berliner Mauer verlor er seinen Bruder Günter, als dieser versuchte, die Mauer zu überqueren um in den Westen zu gelangen. Jürgen Litfin hat einen alten Grenzturm zur Gedenkstätte umfunktioniert, nicht nur für seinen Bruder, sondern auch an die Gräueltaten der DDR.
Grenzschutzturm zum Naturschutzturm
Privatfunkagentur
Wie sich der ehemalige Todesstreifen in etwas Fruchtbares verwandeln kann, erfuhr das Team von Lehrerin Helga Garduhn. Als sich das Ende der DDR nach dem Mauerfall abzeichnete, hatte sie eine Idee: Ohne DDR sind auch die Grenztürme an der innerdeutsche Grenze nutzlos. Also kauft sie der DDR einen Grenzturm für eine D-Mark ab und macht daraus einen „Naturschutzturm“. Und tatsächlich: die Natur holt sich den verödeten Grenzstreifen zurück.
[AF/RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 12.08.2011 | copyright by EKHN