Bericht
Multireligiöses Gebet mit Kirchenpräsident Jung am Flughafen
Juden, Muslime und Christen im Dialog
Es gibt Juden, Christen und Muslime, die nach den Anschlägen am 11. September 2001 bewusst das Gespräch miteinander gesucht haben und es bis heute pflegen. Ein Beispiel dafür ist das multireligiöse Friedensgebet am 11. September 2011 im Flughafen Frankfurt. Gemeinsam haben muslimische, jüdische und christliche Geistliche nacheinander in der Kapelle, der Synagoge und der Moschee für den Frieden gebetet. Dr. Volker Jung, der Kirchenpräsident der EKHN, nahm ebenfalls daran teil.
Anlässlich des Gedenktages sagte Jung:
"Der 11. September 2001 ist bis heute spürbar. Der `Krieg gegen den Terror´ in Afghanistan und im Irak geht auf ihn zurück. Seitdem geraten Muslime schnell unter terroristischen Generalverdacht. Im Gefolge des 11. September wurde auch danach gefragt, was Religionen zum Frieden beitragen können oder ob sie nur Gewalt hervorbringen. Ich bin froh, dass nach den Anschlägen vor zehn Jahren viele Christen, Juden und Muslime den Kontakt zueinander gesucht haben, um deutlich zu machen, dass sie gemeinsam den Frieden suchen. Dazu gehören auch die Friedensgebete auf dem Frankfurter Flughafen. In der Tradition dieser Friedensgebete und der positiven Begegnung wollen wir diesen Jahrestag begehen und gemeinsam für den Frieden beten."

In der Kapelle

In der Synagoge

In der Moschee
Die Teilnehmenden am Friedensgebet
Weitere Teilnehmende waren Dr. Johannes zu Eltz, Stadtdekan der katholischen Kirche von Frankfurt, Menachem Halevi Klein, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Frankfurt, Dr. Jacob Gutmark, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Hessen und Selçuk Dogruer, Beauftragter für Interreligiöse und Interkulturelle Zusammenarbeit der Koordinierungstelle des DITIB Landesverbandes Hessen.
Erklärung des Abrahamischen Forums
Auch das Abrahamische Forum in Deutschland, in dem Angehörige des Christentums, des Judentums und des Islams vertreten sind, setzt auf interkulturellen Dialog. Gemeinsam haben die Mitglieder eine Erklärung zum 11. September verfasst:
Menschenverachtende Gewalt hat am 11. September 2001 die Welt aufgerüttelt. Juden, Christen, Muslime wie auch Menschen anderer oder ohne Religion verabscheuen diese Verbrechen. Solche Gewalttaten sind durch nichts zu rechtfertigen. Sie lassen sich mit den Grundwerten unserer Religionen nicht vereinbaren.
Seit Jahren gibt es immer häufiger Dialoge und Kooperationen zwischen Menschen abrahamischer Religionen. Gemeinsam wollen wir dazu beitragen
- den Frieden zu festigen und Gewalt zu verhindern,
- für Gerechtigkeit aktiv zu sein und Armut zu verringern,
- die Schöpfung zu erhalten und für künftige Generationen zu bewahren,
- das Miteinander zu verbessern sowie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Christenfeindschaft zu überwinden.
Wir treten dafür ein, die Ursachen von Spannungen und Konflikten zu beseitigen. Wir engagieren uns dafür, das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Menschenrechte werden zu lassen. Geprägt von diesen Zielen besuchen wir Synagogen, Kirchen und Moscheen und lesen in Erinnerung an den 11. September 2001 gemeinsam diese Erklärung.
[RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 20.09.2011 | copyright by EKHN