Bericht
Sturm der Gewalt internationales Engagement entgegenhalten
Kirchenpräsident Steinacker bezog Stellung zur Situation im Nahen Osten
"Die Demütigungspolitik Israels gegenüber den Palästinensern
und der parallele Versuch der Palästinenser, die Israelis in ihrer Existenz
zu verunsichern, haben einen Sturm der Gewalt hervorgerufen. Vernunft allein
kann ihn nicht mehr aufhalten," sagte der Peter Steinacker, Kirchenpräsident
der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), am Freitag letzter
Woche in Frankfurt am Main.
Steinacker wies darauf hin, dass die EKHN seit vielen Jahren zahlreiche
Beziehungen sowohl zu den Juden als auch zu den christlichen Palästinensern
habe und dort zahlreiche humanitäre und auf Versöhnung zielende
Projekte unterstütze.
"Das Leiden im Heiligen Land berührt
uns sehr", sagte Steinacker. "Aber
gerade weil wir als Deutsche im Blick auf Israel nicht neutral sind und
sein können, kommt alles, was wir sagen, aus einer gewissen Ferne." Deshalb
zitierte Steinacker den israelischen Professor Moshe Zimmermann, der die
Siedlungspolitik Israels nicht nur für sinnlos sondern auch gefährlich
halte. Sie lasse eine klare Grenze zwischen Israel und Palästina nicht
zu.
Dabei, so Steinacker, seien die Ziele eigentlich klar und sowohl in der
Resolution der UN vom 12. März 2002 sowie auch der Stellungnahme der Kirchenkonferenz
der EKD benannt: Das Existenzrecht des Staates Israel, die Gründung
eines lebensfähigen Staates Palästina, eine Regelung der Wasserrechte,
eine einvernehmliche Lösung für die Flüchtlinge, Verständigung über
den Status von Jerusalem sowie die Aufgabe der israelischen Siedlungen auf
palästinensischem Gebiet. Dem gegenwärtigen "Irrsinn" könnten
wohl nur die gemeinsamen Bemühungen der Europäischen Union, der
Vereinten Nationen, der USA und Russlands zu einer Lösung verhelfen.
Sie dürften sich dabei durch Misserfolg nicht beirren lassen. [RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN