Bericht

22. April 2002

Sturm der Gewalt internationales Engagement entgegenhalten

Kirchenpräsident Steinacker bezog Stellung zur Situation im Nahen Osten


"Die Demütigungspolitik Israels gegenüber den Palästinensern und der parallele Versuch der Palästinenser, die Israelis in ihrer Existenz zu verunsichern, haben einen Sturm der Gewalt hervorgerufen. Vernunft allein kann ihn nicht mehr aufhalten," sagte der Peter Steinacker, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), am Freitag letzter Woche in Frankfurt am Main.
Steinacker wies darauf hin, dass die EKHN seit vielen Jahren zahlreiche Beziehungen sowohl zu den Juden als auch zu den christlichen Palästinensern habe und dort zahlreiche humanitäre und auf Versöhnung zielende Projekte unterstütze.

"Das Leiden im Heiligen Land berührt uns sehr", sagte Steinacker. "Aber gerade weil wir als Deutsche im Blick auf Israel nicht neutral sind und sein können, kommt alles, was wir sagen, aus einer gewissen Ferne." Deshalb zitierte Steinacker den israelischen Professor Moshe Zimmermann, der die Siedlungspolitik Israels nicht nur für sinnlos sondern auch gefährlich halte. Sie lasse eine klare Grenze zwischen Israel und Palästina nicht zu.
Dabei, so Steinacker, seien die Ziele eigentlich klar und sowohl in der Resolution der UN vom 12. März 2002 sowie auch der Stellungnahme der Kirchenkonferenz der EKD benannt: Das Existenzrecht des Staates Israel, die Gründung eines lebensfähigen Staates Palästina, eine Regelung der Wasserrechte, eine einvernehmliche Lösung für die Flüchtlinge, Verständigung über den Status von Jerusalem sowie die Aufgabe der israelischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet. Dem gegenwärtigen "Irrsinn" könnten wohl nur die gemeinsamen Bemühungen der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, der USA und Russlands zu einer Lösung verhelfen. Sie dürften sich dabei durch Misserfolg nicht beirren lassen. [RD]