Bericht

10. September 2002

Steinacker warnt vor Irak-Angriff

Staaten sollen nicht in Gut und Böse unterteilt werden


Von Tag zu Tag wird ein Militärschlag der USA gegen den Irak wahrscheinlicher. Mittlerweile schließt auch der französische Präsident Jacques Chirac militärisches Vorgehen nicht völlig aus. Bundeskanzler Schröder hingegen lehnt eine deutsche Beteiligung an einer militärischen Intervention ab. Auch Professor Peter Steinacker, Kirchenpräsident der EKHN, sprach sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Idea-Spektrum gegen einen Angriff im Irak aus.

Gefahr: Zerbrechen der weltweiten Anti-Terror-Allianz

Er vertritt die Ansicht, dass die Bekämpfung des Terrorismus mit den Mitteln des Rechts, der Politik und der Ökonomie zu erreichen sei. Militärische Aktionen könnten dazu führen, dass die jetzt bestehende weltweite Anti-Terror-Allianz auseinander breche, was auch den USA schaden würde. Steinacker befürchtet, dass ein Angriff auf den Irak die gesamte arabische Welt destabilisieren und Israel in höchste Gefahr bringen würde. Allerdings sprach er sich für eine Stärkung der UNO und deren Eingriffsmöglichkeiten aus.
Bereits Anfang des Jahres hatte das Leitende Geistliche Amt der EKHN erklärt, dass die Bekämpfung des weltweiten Terrors in eine konsequente Friedenspolitik einzubinden sei.

Menschenbild unakzeptabel

Grundsätzlich teilt Steinacker nicht das Welt- und Menschenbild der derzeitigen US-Regierung, die ganze Staaten und deren Völker in Gut und Böse unterteile. Der Kirchenpräsident: “Alle Menschen tragen Gutes und Böses in sich. Niemand ist allein Anwalt des Guten, deshalb unterstreiche ich das Wort des Evangelisten Matthäus:`Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen.´” [RD]