Bericht
Steinacker warnt vor Irak-Angriff
Staaten sollen nicht in Gut und Böse unterteilt werden
Von Tag zu Tag
wird ein Militärschlag der USA gegen den Irak wahrscheinlicher.
Mittlerweile schließt auch der französische Präsident Jacques
Chirac militärisches Vorgehen nicht völlig aus. Bundeskanzler Schröder
hingegen lehnt eine deutsche Beteiligung an einer militärischen Intervention
ab. Auch Professor Peter Steinacker, Kirchenpräsident der EKHN, sprach
sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Idea-Spektrum gegen einen Angriff
im Irak aus.
Gefahr: Zerbrechen der weltweiten Anti-Terror-Allianz
Er vertritt die Ansicht,
dass die Bekämpfung des Terrorismus mit den
Mitteln des Rechts, der Politik und der Ökonomie zu erreichen sei. Militärische
Aktionen könnten dazu führen, dass die jetzt bestehende weltweite
Anti-Terror-Allianz auseinander breche, was auch den USA schaden würde.
Steinacker befürchtet, dass ein Angriff auf den Irak die gesamte arabische
Welt destabilisieren und Israel in höchste Gefahr bringen würde.
Allerdings sprach er sich für eine Stärkung der UNO und deren Eingriffsmöglichkeiten
aus.
Bereits Anfang des Jahres hatte das Leitende Geistliche Amt der EKHN erklärt,
dass die Bekämpfung des weltweiten Terrors in eine konsequente Friedenspolitik
einzubinden sei.
Menschenbild unakzeptabel
Grundsätzlich teilt Steinacker nicht das Welt-
und Menschenbild der derzeitigen US-Regierung, die ganze Staaten und deren
Völker in Gut
und Böse unterteile. Der Kirchenpräsident: “Alle Menschen
tragen Gutes und Böses in sich. Niemand ist allein Anwalt des Guten,
deshalb unterstreiche ich das Wort des Evangelisten Matthäus:`Selig
sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen.´” [RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN