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08. November 2007

9. November als ein Tag des Neubeginns, der Schuld und der Freude

 

Der 9. November gilt als "Schicksalstag der Deutschen", denn an diesem Tag jähren sich Ereignisse, die als politische Wendepunkte gelten: 1918 endete mit dem Ersten Weltkrieg auch die Zeit der Monarchie in Deutschland und die erste deutsche Republik wurde ausgerufen. Diese hatte jedoch keinen Bestand, nach der nationalsozialistischen "Machtergreifung" brannten 1938 die Synagogen. Die Pogromnacht war ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum organisierten Massenmord an den Juden.

Einen Gegensatz zu diesen Ereignissen bildet der Tag im Jahr 1989, an dem sich zum ersten Mal die Mauer für alle Bewohner Ostdeutschlands öffnete, was schließlich zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Mit besonderen Veranstaltungen erinnern einige evangelische Gemeinden an diese Geschehnisse, aus denen sich eine besondere Verantwortung für die Geschichte und gegenwärtiges Handeln ableitet. So präsentiert die Gemeinde in Worms-Osthofen israelische und jüdisch-spanische Lieder in der ehemaligen lutherischen Kirche um 20 Uhr.
Ein Ort mit besonderer Bedeutung: In Osthofen bestand für kurze Zeit ein Konzentrationslager, über das die in Mainz geborene jüdische Schriftstellerin Anna Seghers in ihrem Buch "Das siebte Kreuz" schrieb.

[Rita Deschner / Dr. Norbert Stieniczka]