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30. Januar 2008

Luther erstrahlt wieder im alten Glanz

Die Restaurierungsarbeiten am weltweit größten Reformationsdenkmal sind abgeschlossen

 

Nun sind Bauzäune beseitigt und der Schmutz, der an die Substanz ging, ist in mühevoller Kleinarbeit entfernt. In einer kleinen Feier wurde das weltgrößte Reformationsdenkmal durch die Stadt Worms und Vertreter der Kirchen und des Denkmalsamtes wieder in Dienst gestellt.  „Es ist ein ganz wichtiger Besichtigungspunkt für Touristen, die nach Worms kommen“, erläutert Oberbürgermeister Michael Kissel die Bedeutung für Worms. Manchmal komme es zu den richtigen Staus von Gruppen, die das Denkmal besichtigen wollen, fügt Kissel lächelnd im Rahmen der Eröffnungsfeier hinzu.

Symbol für die kritische und befreiende Kraft des Glaubens

Der evangelische Dekan Harald Storch ging auf die Motivation zur Errichtung dieses Bauwerkes vor 150 Jahren ein, nämlich, „dass der  Glaube eine Quelle von Selbstbewusstsein, von Freiheit und Engagement fürs Gemeinsinn sein kann. Das Reformationsdenkmal in Worms bleibe für ihn ein Symbol für die kritische und befreiende Kraft des Glaubens – und darin ist dies Denkmal für uns heute eine Verpflichtung. „Möge dieses Monument auch künftigen zu denken geben“, sagte Storch.

Der Künstler des Denkmals

Der Tag der Präsentation des frisch restaurierten Denkmals wurde von den Initiatoren der Veranstaltung bewusst auf den 26. Januar gelegt, da genau vor 150 Jahren der Künstler Ernst Rietschel den Auftrag zur Ausführung des Denkmals erhielt. Rietschel, der auch für das bekannte Goethe/Schiller Denkmal in Weimar verantwortlich zeichnete,  schuf ein Denkmal, das an die Geschichte der Reformation aber auch an die verschiedenen Vorläufer Luthers erinnerte.

Die Beschreibung des Lutherdenkmals

Das Lutherdenkmal wurde im Jahre 1868 als das weltgrößte Reformationsdenkmal nach Entwürfen von Ernst Rietschel enthüllt. Damals hatten weltweite Spenden erst die Errichtung des Luther-Monuments in Worms ermöglicht, das in dem zu einer Parkanlage umgewandelten ehemaligen Stadtgraben errichtet wurde. In der burgartigen Gesamtanlage wird die Reformationsgeschichte von den ersten Anfängen in vorreformatorischer Zeit bis hinein ins 19. Jahrhundert dargestellt. In den Mittelpunkt gestellt ist Martin Luther, zu seinen Füßen sitzen die Vorreformatoren, wie Petrus Waldus, Johannes Hus, John Wicliff und Girolamo Savonarola. Auf der Außenmauer stehen bedeutende Zeitgenossen Luthers. Dazwischen sind bedeutende Städte in der Nachfolge der Reformation dargestellt. Aber auch die weltlichen Herrscher der damaligen Zeit, die die Reformation unterstützten,  sind dargestellt, wie Philipp von Hessen und Friedrich der Weise der Großmütige.
Die aufwändige Restaurierung kostete knapp 180.000 Euro, die durch die Stadt und durch Spenden finanziert wurden und werden. „Die Spendertafel habe noch Platz“, scherzte aufmunternd der Wormser Oberbürgermeister.

[Gregor Ziorkewicz/RD]