Bericht

 

8. Oktober 2009

Stück der Berlin Mauer als Teil der Wand in einer evangelischen Kirche in Amerika

Dekan aus Bad Schwalbach sprach in einem Gottesdienst in Baltimore

 

Dekan Klaus Schmid aus Bad Schwalbach hat in einem Gottesdienst in Baltimore (USA) des Mauerfalls vor 20 Jahren gedacht. Schmid erinnerte in der 'Zion Lutheran Church of the City’ an die mutigen Christen in der ehemaligen DDR, die mit ihren Friedensgebeten einen wesentlichen Beitrag für den Fall der Mauer leisteten. Die bei Fluchtversuchen über 1300 getöteten Menschen dürften dabei nie vergessen werden, mahnte Schmid. „Es ist unsere Pflicht, diese Opfer niemals zu vergessen. Erst dann können wir den Mut derer, die sich gegen das Unrechtsregime der DDR auflehnten, wirklich würdigen.“

Schmid selbst war 1989 nicht in Deutschland, sondern verbrachte in Baltimore ein Auslandsjahr als Pfarrer. Als ein Freund ihn am Abend des 9. November anrief und sagte, dass die Mauer weg sei, hielt er dies noch für einen Scherz. „Ich erinnere mich an einen Freund aus Ost-Deutschland, der damals auch in Baltimore lebte, der sagte: „Das ist ein Trick des Regimes. Ich werde das erst glauben, wenn ich selbst über die Grenze gegangen bin.“ Ein Stück der Berliner Mauer ist heute in den Wänden der „Zions Lutheran Church“ in Baltimore eingemauert.

Der 9. November 1989 habe sich nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt verändert, so Klaus Schmid. Mit dem Tag begann das Denken in „Ost und West“ abzunehmen und er leitete das Ende des Kalten Krieges ein. Der Grund, sich auch über Deutschland hinaus über dieses Ereignis zu freuen und zu gedenken, sei die „Auferstehung der Freiheit und der Gerechtigkeit“. Christen waren eine Minderheit in der DDR, einem atheistischen Staat. Trotz aller Repressalien hielten sie an ihrem Glauben fest und lehnten sich gegen das Unrechtsregime auf. Das zeige: „Es lohnt sich, sich für die Freiheit und Gerechtigkeit im Namen Gottes einzusetzen. Friedlich, mutig und verbindlich.“

Dekan Klaus Schmid ist derzeit mit einer Delegation der EKHN in den USA. Unter anderem stehen Gespräche mit der Partnerkirche der EKHN, der United Church of Christ (UCC) auf dem Programm.

[Christian Weise]