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Schülerinnen entwarfen Fassaden-Kreuz für eine Kirche
Kirchenvorstand entschied sich für die Arbeit der Mädchen
Ein großes Kreuz aus Holz und Aluminium soll künftig die nüchterne Fassade der Giessener Stephanuskirche zieren. Entworfen haben es die Schülerinnen Isabell Krist und Alexandra Hohnstein der Klasse 12 der Fachoberschule Gestaltung an der Willy-Brandt-Schule (WBS)in der Gießen. Die Gemeinde stellte den von ihr ausgewählten Entwurf am Montag, 9. Juni, der Öffentlichkeit vor.
Glaube, der im Entwurf sichtbar wird
Die in den sechziger Jahren mit viel Beton gebaute Kirche ist bislang nicht als Sakralbau im Straßenbild erkennbar. Bei der Vorstellung sagten die Schülerinnen, dass sie ganz bewusst "ein schlichtes und in sich kontrastreiches Kreuz" für die Fassade entworfen hätten. Das Holz als „warmes Material“, so die Schülerinnen, „stellt die glaubensstarken Phasen des Lebens mit Gott dar, die warm und freundlich sind, wenn man in seinem Namen lebt“. Im Gegensatz dazu sei das Aluminium, „der kalte Teil, der für die glaubensschwachen Phasen im Leben steht“. Denn ein Leben ohne Gottes Hilfe sei kalt und schwer, so die jungen Frauen. Die spitzen Enden „symbolisieren die Höhen und Tiefen, die Abenteuer, die wir gemeinsam mit Gott überstehen und meistern“. Eine Erfahrung, die die knapp achtzehnjährigen Schülerinnen selbst kennen. Trotz guter schulischer Leistung und Fachabitur sind sie noch immer auf der Suche nach Ausbildungsplätzen, die ihrer Neigung zur Gestaltung entsprechen.
Kirche sollte in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken
Vor einem Jahr hatten die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Margitt Fries-Volgmann, und der Gemeindepfarrer Kornelius Büttner Kontakt zur Schule und dem Fachlehrer Wennemar Rustige und seinen Schülerinnen aufgenommen. Ein ansprechendes Gestaltungselement sollte die Kirche in das Blickfeld der Gemeinde und der gesamten Öffentlichkeit rücken, so lautete der Auftrag.
Auseinandersetzung mit Gestaltung und Religiosität
Die jungen Leute aus der Jahrgangsstufe 12 setzten sich daraufhin mit der Gestaltung von Fassaden und mit dem computergestützten Entwerfen von Gebäuden auseinander. Gemeinsam mit der Religionslehrerin Beate Allmenröder befassten sie sich außerdem intensiv mit der christlichen Symbolsprache und der Bedeutung des Kreuzes. Insgesamt entstanden so seit Oktober 2007 über 20 Entwürfe zur Neugestaltung der Kirche im Gleiberger Weg. Präsentationen in der Gemeinde waren auf breites Interesse und Zustimmung gestoßen.
Von der Kunstpädagogin Klaudia Weinreich beraten traf der Kirchenvorstand anschließend die Auswahl und entschied sich schließlich für den Entwurf von Isabell Krist und Alexandra Hohnstein.
[Matthias Hartmann, RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 11.06.2008 | copyright by EKHN