Meldung

08. September 2008

Die Tropen und der Westerwald: Auf den Spuren der Missionare

Missionsweg Nord-Nassau wird am 20. September eröffnet


Missionsweg
Quelle:Jörg Peeper
Dieses Logo weist auf den Missionsweg hin

Über 9.000 Kilometer hatte August Theis aus Haiger im Jahr 1903 zurückgelegt, um auf der Insel Sumatra als Missionar den Menschen von der Botschaft der Bibel zu erzählen. Anlässlich seines 40. Todestags im Jahr 2008 hatte Dekan Martin Fries die Idee, mit einem Weg an die Arbeit des Missionars zu erinnern. Der Missionsweg, der am 20. September eröffnet wird, führt von der Evangelischen Kirche in Liebenscheid über Rabenscheid und Langenaubach nach Haiger. Er folgt größtenteils dem Rothaarsteig. Informationstafeln geben dem Wanderer Orientierung über den Weg und die Missionarinnen und Missionare aus dem Westerwald.

Eine Idee nimmt ihren Lauf

Im Evangelischen Dekanat Bad Marienberg entstand die Idee zum Missionsweg Nord-Nassau. Das Dekanat ist partnerschaftlich mit der Protestantischen Simalungun Batak Kirche (GKPS) in Nordsumatra (Indonesien) verbunden. Der 1874 in Haiger geborene August Theis war als erster Missionar ab 1903 im Simalungungebiet tätig. Er hatte zuvor eine Ausbildung bei der damaligen Rheinischen Missionsgesellschaft in Wuppertal gemacht. Kurz nach seiner Ankunft in Nordsumatra begann die Missionsarbeit im Simalungungebiet östlich des Tobasees in Nordsumatra. Neben der christlichen Verkündigung, sorgte er für die Schulbildung und Gesundheitsversorgung der Einheimischen.


Aufbruch nach Afrika und Asien

 

Die Idee von Dekan Martin Fries, einen Missionsweg einzurichten und zugleich die Beziehung zwischen den Menschen im Westerwald und in Nordsumatra zu intensivieren, fand bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal positiven Anklang. Weitere Recherchen von Dekan Fries im Archiv der VEM ergaben, dass seit 1840 eine Vielzahl von Missionarinnen und Missionaren aus dem Westerwald und dem Dillkreis im Dienst der Rheinischen Missionsgesellschaft in Asien und Afrika tätig waren. Allein aus den Dörfern in unmittelbarer Nähe des Missionsweges stammen 12 Männer und Frauen, die den Aufbruch gewagt haben. An diese Männer und Frauen, die weithin in Vergessenheit geraten sind, erinnert der Missionsweg. Er lädt die Wanderer auf dem Rothaarsteig, dem Westerwaldsteig und anderen Wegen ein, neben der wunderschönen Natur des hohen Westerwaldes auf den Spuren der Missionare auch einen Einblick in den Bereich des kirchlichen und sozialen Lebens zu nehmen.

Wanderung und Veranstaltungen am Eröffnungstag

Den Weg eröffnet am 20. September das Evangelische Dekanat Bad Marienberg in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Dillenburg und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal den Missionsweg Nord-Nassau. Interessierte können sich je nach Kondition und Bedürfnis an der Wanderung beteiligen. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sich die Wanderer auf dem Weg selbst mit dem Nötigsten versorgen. An folgenden Orten werden Möglichkeiten zum Start gegeben.

Der erste Startpunkt ist um 9.00 Uhr in der Evangelischen Kirche in Liebenscheid. Hier beginnt der Weg mit einem geistlichen Impuls in der Kirche, danach folgen die Wanderer dem mit einem eigenen Logo ausgeschilderten Weg. Die Ausschilderung wie auch die gesamte Vorbereitung erfolgte in Absprache mit dem Westerwaldverein.

Von Liebenscheid aus führt der Weg zunächst nach Rabenscheid. Dort ist um 11 Uhr der zweite Startpunkt in der evangelischen Kirche. Nach einem geistlichen Impuls führt der Weg von dort bis nach Langenaubach. Vor Langenaubach kann der Wanderer zwischen zwei Wegvarianten wählen. Die eine führt über den Rothaarsteig, die alte Rheinstraße über die Höhen hinweg nach Haiger. Die andere führt barrierefrei am Aubach entlang durch das Tal nach Haiger. Wanderer, die sich keine großen Wege zumuten können, haben die Gelegenheit, um 12.30 bei der alten Kapelle in Langenaubach zu starten und von dort aus knapp fünf Kilometer durch das Tal zur Evangelischen Kirche in Haiger zu gehen.

Dort ist ab 14 Uhr das Evangelische Gemeindehaus neben der Stadtkirche geöffnet und lädt die Wanderer zu Kaffee und Kuchen ein.


Mission damals und heute

Um 15 Uhr laden die Evangelischen Dekanate Bad Marienberg und Dillenburg und die Vereinte Evangelische Mission zum Treffen im Evangelischen Gemeindehaus ein. Neben der Erinnerung an die Missionarinnen und Missionare, die in ihrer Zeit den Aufbruch gewagt haben, geht es darum, was Mission heute bedeutet. Über die aktuelle Arbeit und zukünftige Herausforderungen missionarischen Handelns wird der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission, Dr. Fidon Mwombeki (Tansania) berichten. Diese Missionsgemeinschaft besteht aus 34 Landeskirchen in Deutschland, Afrika und Asien und den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Der Propsteibereich Nord-Nassau der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau gehört traditionell zum Einzugsgebiet der damaligen Rheinischen Missionsgesellschaft und heutigen Vereinten Evangelischen Mission.

 

[Jörg Peeper, RD]