Weihnachtsbesinnung
"Fürchtet euch nicht!"
Weihnachtsbesinnung von Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN
„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“ So fängt die Weihnachtsgeschichte in der Bibel an. Die Geschichte steht im Mittelpunkt der Gottesdienste am Heiligen Abend. Manche Familien pflegen den schönen Brauch, die Geschichte auch bei der Weihnachtsfeier zuhause laut vorzulesen.
Zum Hören:
(Quelle: Privatfunkagentur der EKHN)
Der Evangelist Lukas erzählt darin, dass auf römischen Befehl hin jeder in seine Geburtsstadt gehen muss. Deshalb gehen der Zimmermann Josef aus Nazareth und seine schwangere Verlobte Maria nach Bethlehem. Dort finden sie kein Zimmer für die Nacht. Und Maria bringt in jener Nacht einen Sohn zur Welt, den sie in eine Futterkrippe legt. Während Maria und Josef mit ihrem neugeborenen Kind die Nacht offenbar in einem Stall verbringen, erfahren Hirten auf einem Feld vor der Stadt, dass etwas Besonderes geschehen ist. Der Himmel ist plötzlich erleuchtet. Ein Engel erscheint und sagt zu den Hirten, dass in dieser Nacht der Heiland geboren wurde, Jesus Christus.
Für mich ist die Weihnachtsgeschichte eine der schönsten Geschichten überhaupt. Ich lese oder höre sie immer wieder gern. Einzelne Teile daraus gewinnen dabei jeweils aktuelle Bedeutung – etwa dass Maria und Joseph auf ihrem Weg von Nazareth nach Bethlehem keinen Platz in einer Herberge bekommen. Jeder Mensch ist in seinem Leben unterwegs und sucht seinen Platz. Das ist nicht immer einfach. Manchmal gelingt es für eine Weile gar nicht, wenn man wie Maria und Josef nur auf verschlossene Türen trifft. Es gibt viel soziale Kälte, Gleichgültigkeit und Unbarmherzigkeit in der Welt. Und dennoch gibt es Wege, immer irgendwie weiter zu machen. Auch wenn sich manchmal nur eine unscheinbare Stalltür öffnet. Dahinter kann Großes geschehen, erzählt die Weihnachtsgeschichte.
Sie erzählt auch davon, dass sich mitten in der dunklen Nacht der Himmel öffnet. Draußen bei den Hirten auf dem Feld. In der Dunkelheit wird es hell. Ein Engel erscheint und spricht: „Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude! Euch ist heute der Heiland geboren!“
Das ist für mich Weihnachten. Mit der Geburt seines Sohnes im Stall von Bethlehem sagt Gott: „Fürchtet euch nicht!“ Ich hoffe, dass diese Worte viele Menschen erreichen. Wenn sie unterwegs sind im Leben, auf der Suche nach Sinn und Geborgenheit, wenn sie vor irgendetwas Angst haben, wenn ihnen Kälte ins Gesicht schlägt. „Fürchte euch nicht!“ Mit diesen Worten aus der Weihnachtsgeschichte wünsche ich allen Besucherinnen und Besuchern der Internetseite der EKHN ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Ihr Volker Jung
zurück | letzte Aktualisierung: 21.12.2009 | copyright by EKHN