Bericht
Ernst Barlach – „Mystiker der Moderne“
Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker stellt Programm in Mainz vor
„Die Ausstellung bietet die einzigartige Chance, einen neuen, anziehenden Zugang zum Schaffen Barlachs zu finden“, sagte Dr. Peter Steinacker, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus Anlass der Präsentation des Programms zur großen Barlachausstellung im Herbst diesen Jahres. Mit dem Titel ‚Ernst Barlach – Mystiker der Moderne’ sei aber auch eine sehr moderne Frage, nämlich die nach authentischer Gotteserfahrung innerhalb und außerhalb der Kirchen aufgeworfen“, fügt Steinacker hinzu. „Es freut mich, dass diese große Schau in Mainz solchermaßen umfangreich und facettenreich sich dem Werk und der Person Barlachs nähere“, so Steinacker weiter. „Ich wünsche und hoffe, dass viele Men-schen über die Brücke dieser Ausstellung, den Vorträgen, den Gottesdiensten eingeladen wer-den, sich neu mit wesentlichen Fragen unseres Lebens auseinanderzusetzen. Möglich sei dies auch dank vieler Unterstützer und Sponsoren geworden, sagte Steinacker.
Staatssekretär im Kultusministerium würdigte den Künstler und die Ausstellung
Das Projekt wurde auch namhaft vom Kultursommer des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt. „Das Schaffen des Künstlers Ernst Barlach passe in das diesjährige Kultursommermotto ‚Kunst und Wissenschaft’, weil es Barlach verstanden habe die Dimension zwischen der Objektivität der Wissenschaft und der Subjektivität der Kunst in seinen Gestalten anklingen zu lassen“, betonte Roland Härtel, Staatssekretär im Kultusministerium, die Motivation des Landes das Projekt zu unterstützen. „Phantasie sei wichtiger als Wissen“ griff er ein bekanntes Zitat von Albert Einstein auf, indem er die Arbeit Barlachs würdigte. „Der hervorragende Raum der Mainzer Christuskirche eignet sich besonders gut, die Beziehung zwischen Barlachs berühmten Plasti-ken und dem, nach dem sie streben, zu verdeutlichen“, sagte Härtel.
Kunstwerke, Begleit-Veranstaltungen und Dokumente aus dem Leben des Künstlers
In Kooperation mit der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg mit freundlicher Unterstützung zahlreicher öffentlicher und privater Leihgeber wird es über 40 Begleitveranstaltungen geben. Veranstalter dieses großen Projektes mit über 150 Original-Exponaten dieses bedeutenden Künstlers der Moderne ist das Evangelische Dekanat in Mainz. Bekannte Werke Barlachs wie der „Schwebende Engel“ und der „Lehrende Christus“ bis hin zur Monumental-Figur des „Bettlers“ aus der „Gemeinschaft der Heiligen“ werden in der Christuskirche zu sehen sein. Mehr als 100 Exponate geben einen Überblick über das grafische Werk (u.a. die Zyklen: „Wandlungen Gottes“, „An die Freude“). Abgerundet wird diese umfängliche Werkschau mit Dokumenten aus Leben und Werk von Ernst Barlach.
Veranstaltungen: Barlach-Drama, Festvortrag und vieles mehr
Stadtkirchenpfarrer Rainer Beier stellte das umfangreiche und vielschichtige Programm ab dem 22. September vor. Es reicht beispielsweise von zwei Erwachsenenbildungsreihen mit je sieben Abenden zu den Themen „Mystik“ und „Expressionismus“, einer „Barlach – Mystik – Nacht“ am 15. Oktober, einer Szenischen Lesung eines Barlach Dramas mit Schauspielen des Staatstheaters Mainz am 29. Oktober, dem Festvortrag zum Reformationstag 2005 „Evangelische Identität vor dem Hintergrund des künstlerischen Schaffens von Ernst Barlach“ bis hin zur 10teiligen Reihe „Ernst Barlach – persönlich betrachtet“ mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirche (z.B. Werner Fuchs, Vorstand Landesbank Rheinland-Pfalz, Propst Dr. Klaus-Volker Schütz, Karl Kardinal Lehmann, u.v.a). Alle Veranstaltungen finden in der Christuskirche statt.
Ausstellungseröffnung am 22. September
Die Eröffnung der Ausstellung ist am 22. September 2005 um 18.30 Uhr in der Christuskirche durch den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Prof. Dr. Peter Steinacker. Der Vortrag von Heike Stockhaus und Jürgen Doppelstein, Barlach Ge-sellschaft Hamburg, wird in das Ausstellungsthema einführen. Die Uraufführung eines dreiteili-gen Werkes für Solo, Chor und Orgel nach einem Text von Ernst Barlach und dem Tersteegen-Choral „Gott ist gegenwärtig“ von Tilo Medek, Remagen, eine Auftragskomposition der EKHN zu dieser Ausstellung in Mainz wird einen musikalischen Höhepunkt setzen. Diese Komposition wird wie auch Arnold Schönbergs großes Chorwerk „Frieden auf Erden“ (1907) von dem Bach-chor Mainz unter der Leitung von Professor Ralf Otto vorgetragen.
Stadt, Land, Kirche, Banken, Geschäfte und Einzelpersonen haben das Projekt unterstützt
„Nur durch die finanzielle Förderung insbesondere des „Kultursommers Rheinland-Pfalz, des Kulturfonds Mainzer Wirtschaft, der Stiftung Kultur der Landesbank Rheinland Pfalz, der Evan-gelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie einer Vielzahl weiterer Unterstützer angefangen von der Stadt Mainz, der Allgemeinen Zeitung Mainz bis hin zu Betrieben, Geschäften und Ein-zelpersonen aus Mainz ist das Ganze realisierbar geworden“, betonte Beier, der sich für diese Unterstützung bedankte.
Ernst Barlach - Mystiker der Moderne
Ausstellung in der Christuskirche, Kaiserstr. 56, täglich in der Zeit von 10 - 13 und 14 - 18 Uhr führen werden. Die Ausstellung ist in der Zeit vom 22. September bis 13. November (3. Oktober geschl.) von 10 - 12 und von 14 - 18 Uhr geöffnet.
Eintrittspreise: Tageskarte 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Dauerkarte Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Katalog: 15 Euro.
Die Vermittlung von Führungen erfolgt durch Touristik Centrale Mainz, Tel.: 06131/286 21 27
Ausführliche (tagesaktuelle) Programminformation: www.barlach-mainz.de
Kontakt:
Rainer Beier
Evangelisches Dekanat Mainz
Evangelischer Stadtkirchenpfarrer von Mainz
Kaiserstrasse 35
55 116 Mainz
Telefon: 06131 / 212 0 847
Fax: 06131 / 212 0 849
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN