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Keine neuen Impulse für Abendmahlsgemeinschaft
Benedikt XVI: Zölibat bleibt, Liturgie häufiger in lateinischer Sprache
Abendmahl
Evangelisch / katholisch
weitere Standpunkte zum Verhältnis zur katholischen Kirche
Konfessionskundliches Institut
Das Nachsynodale Apostolische Schreiben "Sacramentum Caritatis" macht deutlich, dass Benedikt XVI. in der Hochschätzung der Eucharistie als Mittelpunkt des kirchlichen Lebens die Kontinuität zu seinem Vorgänger sucht.
Nachdem Johannes Paul II. das Jahr der Eucharistie 2004/2005 vorbereitete und noch selbst eröffnet hatte, musste der neugewählte Papst Benedikt XVI. das Jahr fortführen und beenden. Höhepunkte waren vor allem der Weltjugendtag in Köln im August sowie die Weltbischofssynode in Rom im Oktober 2005. Die Ergebnisse dieser Synode werden im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben, das am 22. Februar 2007 unterzeichnet und am 13. März 2007 veröffentlicht wurde, aus der Sicht des Papstes der Öffentlichkeit präsentiert.
Insgesamt bringt das Schreiben nichts Neues. Hoffnungen auf neue Impulse zum Thema Eucharistiegemeinschaft braucht man sich nicht zu machen. Konfessionsverschiedene Ehen werden in diesem Zusammenhang gar nicht erst eigens erwähnt; sehr deutlich wird darauf hingewiesen, dass Kirchengemeinschaft die Bedingung für Eucharistiegemeinschaft ist. Die Zulassung nicht-katholischer Christen zu den Sakramenten Eucharistie, Buße und Krankensalbung wird deshalb nur in Hinsicht auf das ewige Heil - also im Angesicht einer echten Notlage - in bestimmten außergewöhnlichen Situationen, wie sie im Katechismus der katholischen Kirche geregelt sind, erlaubt.
Interessante Aspekte bietet das Schreiben hinsichtlich einiger für das Thema Eucharistie eher nebensächlicher Inhalte. So wird der Fortbestand des Zölibats untermauert, indem der Papst über die rein funktionalen Gesichtspunkte hinaus eine inhaltlich-theologische Begründung liefert: Es handele sich um die besondere Angleichung an den Lebensstil Christi; der Zölibat sei eine Wahl mit "hochzeitlichem Charakter".
Auch dürfte es nicht nur evangelischen Christen, sondern auch durch das Zweite Vatikanische Konzil geprägten Katholiken nur schwer zu vermitteln sein, warum sich der Papst plötzlich dafür einsetzt, große Teile der Liturgie häufiger in lateinischer Sprache abzuhalten. Sogar für die Unauflöslichkeit der Ehe wird die Eucharistie begründungsstrategisch in Dienst genommen: Die Unwiderruflichkeit der Liebe Gottes in Christus zu seiner Kirche, wie sie in der Eucharistie bekannt werde, drücke die Sehnsucht nach Unauflöslichkeit in jeder wahren Liebe aus. Insgesamt wird die seit Johannes Paul II. zu beobachtende Tendenz verstärkt, das römisch-katholische Kirchenverständnis aus der Eucharistie heraus zu erklären. Diejenigen, die von der Eucharistie ausgeschlossen werden, nehmen dieses Kirchenverständnis zunehmend als antiökumenisch wahr.
[Dr. Martin Schuck, Konfessionskundliches Institut Bensheim]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN