Partnerschaft mit Tanzania

27. Juli 2007

Evangelische Kirche in Tanzania packt AIDS-Problematik an

Kirchenpräsident Steinacker besuchte die Partnerkirche in Tanzania




Bibelschule
Quelle: Helga Rau
Besuch in der Bibelschule in Ruhija;
von links nach rechs: Godwin Lwezaura (Generalsekretär der Nord-West-Diözese), Bischof Elisa Buberwa, Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker, Pfr. Jonathan Hamurungi (Direktor der Bibelschule in Ruhija)

„Vor zehn Jahren war AIDS ein großes Tabu-Thema in Tanzania. Heute reden auch die Bischöfe und Pfarrer von dieser Krankheit und unterstützen die AIDS-Arbeit in ihren Kirchen“, berichtete Prof. Dr. Peter Steinacker, Kirchenpräsident der EKHN. Er gehörte einer Delegation der EKHN an, die vom 9. bis 22. Juli die „Evangelical Lutheran Church in Tanzania“ (ELCT), eine Partnerkirche der EKHN, besuchte. Zu der Besuchsgruppe gehörten außerdem Pfarrer Walter Schneider, Oberkirchenrat für Mission und Ökumene, Dr. Helga Rau, Beauftragte für Entwicklung und Partnerschaft Afrika im Zentrum Ökumene und Dr. Gerhard Walter, Mitglied der Kirchenleitung.

Projekt unterstützt AIDS-Waisen

 

Kinderchor Vergrößerung

Der Kinderchor der Kirchengemeinde Ruhunga begrüßte die Delegation aus Hessen und Nassau mit enem Lied (rechts: Kirchenpräsident Steinacker)

Grundsteinlegung Vergrößerung Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Kirche in Ruhunga
AIDS-Junge Vergrößerung Junge aus dem HUYAWA-Aids-Programm, der unterstützt wird
Gottesdienst Vergrößerung Gemeinsamer Gottesdienst in der Karagwe-Diözese;
Dr. Steinacker hält die Predigt, Bischof Dr. Benson Bagonza übersetzt sie
Hahn Vergrößerung Der geschenkte Hahn
Quelle: Helga Rau

1997 hatte der Kirchenpräsident die Nord-West-Diözese und die Karagwe-Diözese das letzte Mal besucht und nun besichtigte die Delegation unterschiedliche Projekte der beiden evangelischen Diözesen, zu denen die EKHN partnerschaftliche Beziehungen unterhält. So kümmert sich das HUYAWA-Aids-Programm der Nord-West-Diözese um Aids-Waisen. Das Projekt zahlt das Schulgeld und betreut infizierte Familienangehörige. Darüber hinaus ist auch die rechtliche Beratung ein wichtiger Schwerpunkt dieser Arbeit. So vesucht oft die Familie eines verstorbenen Mannes Anspruch auf dessen Besitz zu erheben, obwohl nach heutigem Recht die Ehefrau und die Kinder erbberechtigt sind. HUYAWA unterstützt Witwen und Waisen dabei, ihre Erbansprüche einzufordern.

Ein Hahn für den Kirchenpräsidenten

Bischof Elisa Buberwa, der Bischof der Nord-West-Diözese, begleitete die Delegation zur Bibelschule nach Ruhija, die eine Partnerschaft mit Gemeinden im Dekanat Herborn unterhält. In einer kleinen ländlichen Gemeinde feierten Bischof Buberwa und Kirchenpräsident Steinacker einen gemeinsamen Gottesdienst. Die Gemeinde beschenkte die Gäste u.a. mit einem Hahn. Da dieser den Transport nach Deutschland nicht überstanden hätte, wurde er nach dem Gottesdient meistbietend versteigert. Der Erlös floss in die gemeinsame Kollekte.

Besuch in der Karagwe-Diözese

Während des Besuches der Delegation in der Karagwe-Diözese betonte Bischof Dr. Benson Bagonza, wie sehr sie sich freuen, dass ein Kirchenoberhaupt einer deutschen Kirche in diese abgelegene Gegend gereist ist, um die Brüder und Schwestern der Partnerkirche zu besuchen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern und sich miteinander auszutauschen. „Auch für uns waren die Gespräche sehr bereichernd, wir konnten gegenseitig von einander lernen,“ erzählte die Ökumene-Expertin Helga Rau. „Wir sind Menschen begegnet, die vor ähnlichen privaten und beruflichen Herausforderungen stehen wie wir; so haben wir uns zum Beispiel über Beziehungsprobleme zwischen Männern und Frauen unterhalten. Auf persönlicher Ebene fühlen wir uns eng miteinander verbunden“, so die Erfahrungen von Helga Rau. 

Bildung für Mädchen

 

Nähere Informationen über die Partnerkirche, das Land Tanzania und seine Probleme und Herausforderungen erhalten Sie von
Dr. Helga Rau
Für ausführlichere Informationen in Kirchengemeinden oder für interessierte Gruppen steht sie gerne zur Verfügung

Zentrum Ökumene Beauftr. für E + P in Afrika
Praunheimer Landstraße 206
60488 Frankfurt
Telefon: 069 - 97651833
Telefax: 069 - 97651859
helga.rau@zoe-ekhn.de

Zentrum Ökumene

Weitere Berichte über Partnerschaftsbeziehungen

Partnerkirchen der EKHN

EKHN und Ökumene


In der Karagwe-Diözese wurde während des Besuches eine von der EKHN geförderte Mädchenschule eingeweiht. Die Bweranyange Secondary School, eine weiterführende Schule für Mädchen, ist für die Gegend von großer Bedeutung, da viele Mädchen in dieser ländlichen Region sehr früh heiraten und nur über eine minimale Schulbildung verfügen. Mit Hilfe dieser Schule möchte man den jungen Mädchen die Möglichkeit geben, eine gute Ausbildung zu erhalten. Bischof Bagonza, der gemeinsam mit Kirchenpräsident Steinacker den Eröffnungsgottesdienst feierte, bedankte sich für die Unterstützung der EKHN und freute sich über die Verbundenheit der Partnerkirchen.
Bischof Bagonza betonte, dass die Arbeit der Kirche in Afrika  drei Schwerpunkte habe: die Verkündigung des Evangeliums, die medizinische Versorgung und die Bildung.
Helga Rau brachte die Erfahrungen dieser Reise auf den Punkt: „Die Entwicklung während der vergangenen 10 Jahre zeigt, welche Fortschritte in dieser Richtung bereits erzielt wurden.“

[HR/RD]