Ökumene in Europa
"Die Kirchen sind die Fachleute für Werte in Europa"
Erste Eindrücke von der Ökumenischen Versammlung in Sibiu
Das wichtige ökumenische Treffen habe Ähnlichkeit mit einem Kirchentag auf europäischer Ebene. So fasste Propst Klaus Eibach am Donnerstag, 6. September, in einer telefonischen Stellungnahme seinen ersten Eindruck von der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) zusammen. Die gemeinsamen Gottesdienste, Andachten, Vorträge und Diskussionen der rund 2.000 Delegierten verschiedener Kirchen aus ganz Europa führten zu einer Annäherung untereinander, sagte Eibach.
Deligierte: Kirchen sollten näher zusammen rücken
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zum Thema
Der erste Teil der Versammlung, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organisiert wurde, beschäftigte sich vor allem mit dem Thema „Einheit der Kirche“. Dabei, so der oberhessische Propst, behandelte die Diskussion weniger die Frage, wer die richtige Kirche sei. Vielmehr sei deutlich geworden, dass alle Kirchen lediglich ein „Abbild von Kirche“ seien und keine Kirche allein volle Kirche sei, so Propst Eibach. Unter den Delegierten sei der Wille zu spüren, dass die Kirchen näher zusammen rücken sollten.
Grundsätzliches aus orthodoxer, katholischer und evangelischer Perspektive
Die Diskussion folge dem Stichwort „versöhnte Verschiedenheit“. Am Eröffnungstag hatten der „Außenminister“ der Russischen Orthodoxen Kirche, Metropolit Kyrill, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, und der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurienkardinal Walter Kasper, Grundsatzreferate gehalten. Eine zentrale Rolle spielte das zwischen Protestanten und Katholiken umstrittene Vatikan-Dokument zum Kirchenverständnis.
Politik erwartet Beiträge der Kirche für die Integration Europas
Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bildet die „Rolle der Kirchen in Europa“. Bemerkenswert seien, so Propst Eibach, die hohen Erwartungen der Politik an die Kirche. Vorträge des Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, des rumänischen Staatspräsidenten Traian Băsescu und Beiträge von anderen Europapolitikern machten deutlich, dass von den Kirchen ein wesentlicher Beitrag für die Integration Europas erwartet werde. Die Delegierten der Ökumenischen Versammlung selbst, so der Eindruck von Propst Eibach, zeigten ebenfalls ein großes Interesse an der europäischen Einigung. Dabei ginge es ihnen nicht um die Zusammenführung von Staaten oder Märkten, sondern um die Integration und Zusammenführung der Menschen. „Die Kirchen sind die Fachleute für Werte in Europa,“ so Eibach, „und die Kirche sind bereit, diese Rolle zu übernehmen.“
Fünf Vertreterinnen und Vertreter aus der EKHN sind in Sibiu/Hermannstadt
Die Ökumenische Versammlung wird erst am kommenden Samstag, 8. September, formell über Resolutionen abstimmen und Beschlüsse fassen. Zur Delegation der Evangelischen Kirche in Hessen und EKHN in Sibiu gehören die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, der oberhessische Propst Klaus Eibach, der Ökumenespezialist und Pfarrer Friedhelm Pieper aus Bad Nauheim-Nieder-Mörlen und vom Zentrum Ökumene der EKHN Friedenspfarrerin Mechthild Gunkel und Mechthild Nauck, die Beauftragte für Entwicklung und Partnerschaft Europa.
[Pfarrer Martin Reinel]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN