Ökumene

11. April 2008



Waldensergemeinden mit mehr Migranten als Einheimischen

Kirchenpräsident festigt ökumenische Kontakte in Rom
Treffen mit Kardinal Kasper

 

Ökumenische Kontakte hat Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker bei einer Kurzreise nach Rom am 6. und 7. April intensiviert. Dabei besuchte er die Waldenserkirche, mit der die EKHN eine Partnerschaft unterhält, sowie den im Vatikan für ökumenische Beziehungen zuständigen Kardinal Walter Kasper. In der Waldenserfakultät hielt Steinacker vor zahlreichen Studierenden einen Vortrag über Toleranz in der Begegnung der Religionen. Danach informierte er sich über den engagierten Einsatz der kleinen Waldenserkirche für Migranten in Italien, von dem sich Steinacker sehr beeindruckt zeigte. Viele Migranten - teils legal, teils illegal im Land – stammten aus protestantischen Kirchen in Afrika und suchten ihre kirchliche Heimat bei den Waldensern. Ihre große Zahl stelle die zahlenmäßig kleinen Gemeinden vor große Identitätsprobleme, da sowohl die Kulturen als auch die Erwartungen an die Kirchen sehr verschieden seien.

Kardinal und Kirchenpräsident
Quelle: Stephan Krebs
Steinacker überreicht Kardinal Walter Kasper EKHN-Wein

Kardinal Kasper schätzte im Gespräch mit Steinacker die ökumenischen Beziehungen der römisch-katholischen Kirche zu den evangelischen Kirchen in Deutschland als „wieder positiver“ ein. Er würdigte die gute ökumenische Zusammenarbeit vieler Gemeinden. Die evangelischen Kirchen seien in Deutschland die wichtigsten ökumenischen Gesprächspartner. Steinacker gab seinen Eindruck wieder, dass der Vatikan auf Weltebene die protestantischen Kirchen wenn überhaupt, dann kritisch sehe, während die Orthodoxie strategisch umworben werde.

[Stephan Krebs]