Ökumene
Katholischer Bischof signalisiert Interesse am Gespräch
Evangelium soll stärker ausstrahlen
Der neue Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst hat sein Interesse am Gespräch mit dem evangelischen Dekanat Kronberg angekündigt. Im Anschluss an ein Grußwort von Dekan Eberhard Kühn beim Bischofsbesuch in Hattersheim am 1. Juni 2008 sprach der Bischof den evangelischen Dekan an und reagierte positiv auf einige Punkte von dessen Rede. Zukünftige Gesprächsthemen betreffen die Frage, wie das Evangelium durch das einmütige Verhalten der Christen stärker ausstrahlen kann sowie die bewährte Pflege der ökumenischen Kontakte.
Gemeinsame Stellungnahmen anstreben
„Wir dürfen nicht durch kleingläubiges Verhalten die Strahlkraft des Evangeliums dimmen“, hatte Kühn in der voll besetzten katholischen Kirche gesagt. Außerdem sollten die Christen einer zunehmend in Glaubensfragen indifferenten Öffentlichkeit ein einmütiges Glaubenszeugnis schenken. Konkret beträfe dies gemeinsame Stellungnahmen bei sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Fragen.
Unterschiede benennen
Kühn lobte die vielen stabilen und vielfältigen Kontakte zwischen den Konfessionen. Es habe sich bewährt, die persönlichen Kontakte zu pflegen, denn „sie tun der Sache gut“. Gerade in der Ökumene käme es sehr auf den richtigen und guten Ton an. Neben dem Gelingenden gäbe es aber immer noch auch Zurückhaltung, Zögern und Bedenken, sagte Kühn. Er sprach sich dafür aus, Unterschiede und Empfindlichkeiten deutlich anzusprechen. „Dabei wollen wir fest davon ausgehen, dass bei der Kirche niemand auf's Kreuz gelegt wird.“
Geduld für das interkonfessionelle Gespräch aufbringen
Förderlich seien in jedem Fall, gemeinsame Gottesdienste und gemeinsames Bibelstudien. „Wir können unsere Spiritualität teilen.“ Immerhin sei der ökumenische Fortschritt in den letzten vierzig Jahren größer, als alles, was in vierhundert Jahren zuvor erreicht wurde. Das interkonfessionelle Gespräch brauche Geduld, aber nicht Stillstand.
Gemeinsamer Weg
In bildhaften Worten malte der evangelische Dekan ein Bild des gemeinsamen Weges der Kirchen. „Das gemeinsame Ziel im Auge behalten und auf dem Weg die Rastplätze ausbauen, damit wir uns begegnen, die Wanderkarten vergleichen, schauen ob der Kompass noch auf Christus hin genordet ist und last not least: Manchmal das Herz vorausschicken und die gemeinsame Zukunft empfinden
[Hans Genthe / RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 06.06.2008 | copyright by EKHN