Die EKHN beim Weltsozialforum

20. Januar 2009

EKHN-Pfarrer bloggt über seine Eindrücke beim Weltsozialforum

Teilnehmende tauschen sich über Alternativen zu einer neoliberal geprägten Globalisierung aus

 

Von der Globalisierung sollen alle Menschen profitieren, nicht nur einige wenige Konzerne. Um diesem Ziel näher zu kommen, treffen sich Nicht-Regierungsorganisationen, Menschenrechtsgruppen und auch Vertreter der Kirchen auf dem  Weltsozialforum im nordbrasilianischen Belém vom 27. Januar bis zum 1. Februar 2009. Einer der Teilnehmenden wird Pfarrer Detlev Knoche sein, der kommissarische Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN. Bereits ab dem 19. Januar berichtet er in einem Blog über die Vorbereitungen auf seine Reise und schließlich über seine Eindrücke aus Brasilien. Einer der prominenten Teilnehmer des Forums wird der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sein.

Projektpartner vor Ort werden besucht

Detlev Knoche
Quelle: Detlev Knoche
Detlev Knoche, der kommissarische Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN

Die evangelische Aktion „Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (eed) haben den evangelischen Ökumene-Spezialisten und weitere 15 Beobachterinnen und Beobachter aus Deutschland eingeladen, an dem Forum teilzunehmen. Gemeinsam mit der Gruppe reist Knoche bereits eine Woche früher auf den südamerikanischen Kontinent, um sich einen Überblick über die Arbeit der Projektpartner von „Brot für die Welt“ und dem eed zu verschaffen. Die beiden evangelischen Entwicklungshilfeorganisationen geben Gelder aus Deutschland ausgewählten brasilianischen Hilfsorganisationen, die damit ihre Projekte vor Ort umsetzen. So unterstützen der eed und seine Partner in Brasilien Menschenrechtsprogramme, Informationsprogramme zum Thema AIDS, sie unterstützen eine ökologisch orientierte nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Produktion und fördern demokratische Prozesse.

Was ist das Weltsozialforum?

Das Weltsozialforum ist ein loser Zusammenschluss von Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung und Menschenrechten. Es versteht sich als eine Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisationen, dem Davoser Weltwirtschaftsforum, das zeitgleich zum Weltsozialforum stattfindet, und den jährlichen Weltwirtschaftsgipfeln der Regierungschefs der G8-Staaten. Zum ersten Mal hatte man sich 2001 in Puerto Alegre getroffen und seitdem im jährlichen Abstand an verschiedenen Orten Afrika, Asiens und Lateinamerikas. Lediglich 2007 verzichtete man auf einen zentralen Veranstaltungsort und rief zu einem weltweiten Aktionstag auf.Unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ soll ein Modell der Globalisierung entwickelt werden, das nicht nur den kapitalstarken, sondern allen Ländern hilft.

 

Baustein für eine gerechte Welt:
EKHN finanziert Ausbildungsprojekt in Indien

Ein Ausbildungsprojekt in Indien ist ein Beispiel dafür, wie die EKHN Alternativen zu einer neoliberal orientierten Globalisierung ermöglicht. Aus Kirchensteuermitteln finanziert sie das Projekt auf dem Gebiet ihrer Partnerkirche, der Diözese East Kerala der Kirche von Südindien. Frauen werden im Schneiderhandwerk und Männer als Kfz-Mechaniker ausgebildet. Dadurch erhalten junge Leute eine berufliche Perspektive. Denn die Verdienstmöglichkeiten der indischen Arbeiter fielen weg, als der Weltmarktpreis für Tee so stark gesunken ist, dass die Plantagen schließen mussten.
Außerdem unterstützt die EKHN ein Menschenrechtsprojekt in Nordindien.

 



[Dominik Meise/RD]