Bericht
Jugendliche bauen an einer freundschaftlichen Brücke zwischen Deutschen und Polen
Oberstufenschüler erhalten den "Tadeusz-Szymanski-Preis"
Zeichen der Hoffnung Znaki Nadziei - Ev. Initiative f.e.bess.
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Zeichen der Hoffnung - Znaki Nadziei
Reise-Tipp:
Polenreise vom 08. August bis 14. September 2010
in Warschau
Für ihre aktive Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Thematik werden Schüler aus der Oberstufe der Elisabethenschule in Frankfurt am kommenden Samstag mit dem „Tadeusz-Szymanski-Preis“ ausgezeichnet.
Begegnungen mit Zeitzeugen während der Reise
Zehn Tage sind 16 deutsche und drei polnische Mitglieder der „Polen AG“ und zwei Lehrerinnen der Schule im September 2009 durch Polen gereist, um die Auswirkungen der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg auf die dort lebenden Menschen wahrzunehmen und Überlebenden zu begegnen. So trafen sie Prof. Bartoszewski, den ehemaligen polnischen Außenminister, der als Jugendlicher im Widerstand kämpfte und im Konzentrationslager Auschwitz interniert war. „Er setzte sich für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen ein. Und gerade dies hat mich ungemein beeindruckt. Ein Mann, der den Schrecken des Krieges erlebt hat, der so viel mitmachen musste, konnte so gut, so christlich verzeihen,“ schrieb Lukasz Stec, einer der Teilnehmender, über die Begegnung. Bartoszewski hatte nach dem Krieg auch an deutschen Universitäten unterrichtet.
Empfindungen polnischer Gefangener erfahrbar machen
Neben Gedenkstätten wie dem KZ Auschwitz besuchten die polnischen und deutschen Jugendlichen auch das Pawiak-Gefängnis. In dem Gefängnis wurden während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg auch politische Gegner misshandelt. Die Gefangen schrieben Gedichte über ihre verzweifelte Lage, die sich allerdings mittlerweile in Deutschland befinden. Die „Polen AG“ hatte die Gedichte ins Deutsche übersetzt und sie der Direktorin der Gedenkstätte übergeben, damit auch deutsche Besucher einen Eindruck der Empfindungen der Gefangenen erhalten.
Jugendliche setzen sich für ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ein
Roksana Pelinska und Lukasz Stec, zwei Jugendliche mit einem polnischen Familienhintergrund, haben einen Bericht über die Reise geschrieben. In ihrem Vorwort betonen sie: „Es ist uns wichtig, dass zwischen Deutschland und Polen ein freundschaftliches Verhältnis herrscht, deshalb bemühen wir uns zumindest ein kleines Stück der Brücke zu bauen, die zu einer engeren Partnerschaft der beiden Staaten führt.“
Der Preis
Der „Tadeusz-Szymanski-Preis“, den die Schüler am 19. Juni erhalten, wurde 2008 von der evangelischen Initiative „Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei“ (ZdH) ausgelobt. Der Preis erinnert an einen Menschen (Tadeusz Szymanski), der selbst KZ-Häftling war und sich später vorbildhaft für Erinnerung und Versöhnung zwischen Deutschland und Polen einsetzte.
Die Preisvergabe findet im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung von ZdH statt. Die Laudatio wird Klaus Sturmfels, Honorarkonsul der Republik Polen halten.
Die Initiative
„Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei“ ist eine evangelische Initiative, die sich für eine bessere Zukunft von Deutschen und Polen engagiert. Die Initiative unterstützt ehemalige NS-Opfer in Polen und entsendet Freiwillige und Zivildienstleistende nach Polen. Das deutsch-polnische Versöhnungswerk der Evangelischen Kirche mit Sitz in Frankfurt/Main besteht seit 1977.
[Daria Schefczyk, Rita Deschner]
zurück | letzte Aktualisierung: 16.06.2010 | copyright by EKHN