Meldung

20. Oktober 2007
Demo

Frankfurt: Kein Platz für Neonazis!

von links, 4. von links: Harald Fieldler, Sprecher des Römerbergbündnisses, Pröpstin Gabriele Scherle, Pfarrerin Esther Gebhard, die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, ein weiterer Teilnehmender, Prof. Micha Brumlik, Unal Kaymakci und der katholische Stadtdekan Raban Tilmann.


Kirchen und Frankfurter Bürgerinnen und Bürger stehen gegen den braunen Un-Geist auf

Pröpstin Gabriele Scherle sprach auf der Kundgebung in Hausen


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Evangelische Kirche in Frankfurt

Rede der Pröpstin (PDF, 46 KB)

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„Die nationalsozialistische Weltsicht widerstreitet dem christlichen Glauben. Wir glauben, dass alle Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen sind,“ sagte Pfarrerin Gabriele Scherle, Pröpstin für Rhein-Main auf einer Kundgebung am 20. Oktober in Hausen. Unter dem Motto "Für Demokratie und das Recht auf Religionsfreiheit" hatten Frankfurter Bürgerinnen und Bürger gegen den geplanten NPD-Aufmarsch demonstriert. Damit setzten sie ein Zeichen gegen die die "Stimmungsmache", die den Bau einer Moschee im Stadtteil Hausen verhindern will. Zu der Demonstration hatte das Römerbergbündnis aufgerufen, zu dem unter anderem die Evangelische Kirche in Frankfurt angehört. Laut Polizeiangaben waren 300 Demonstranten des Römerbergbündnisses im Bereich der Niddabrücke unterwegs.

Oberbürgermeisterin Petra Roth an die Adresse der NPD: Verlassen Sie diese Stadt!

Am Ende ihrer Rede unterstrich Scherle: „Nur gemeinsam können wir überleben, nur gemeinsam haben wir eine gute Zukunft. Deshalb stehe ich hier: Für eine offene Stadt! Für faire Austragung von Interessen! Für Solidarität und gegenseitigen Respekt!“

Petra Roth
Quelle:EKHN/Desch
Oberbürger- meisterin Petra Roth

Auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Roth fand deutliche Worte: „Ich fordere die NPD und ihre Sympathisanten auf: Verlassen sie diese Stadt! Die Bürgergesellschaft braucht Sie nicht!“

Viele Muslime sind längst Deutsche

Unal Kaymakci, der Vertreter der muslimischen Fatima-Gemeinde, die in Hausen die Moschee bauen möchte, meldete sich ebenfalls zu Wort. „Der Islam ist keine Ausländerreligion!  Viele Muslime sind längst Deutsche, sie sprechen diese Sprache und wollen nicht länger in improvisierte Räumen beten.“ Er bemerkte, dass er sehr glücklich sei, dass christliche und jüdische Gemeinschaften sowie die Gewerkschaft und der Jugendring für Religionsfreiheit einträten: „Ich bin bewegt und berührt von dieser Aktion.“

Islam ist nicht Islamismus

„Ich demonstriere für das Grundgesetz, für den Artikel 1, der besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist,“ sagte Prof. Micha Brumlik, der die jüdische Gemeinde auf der Kundgebung vertrat. Er kritisierte scharf das Urteil des hessischen Verwaltungsgerichtshofes, das „solch ein schändliches Treiben ermöglicht.“ Auch mit den Hausener Bewohnern setzte er sich auseinander: „In gewisser Weise kann ich Ihre Ängste verstehen. Es ist ärgerlich, dass ihre Ängste von der NPD gekidnappt worden sind.“ Da in der Presse häufig von terroristischen Gefahren durch Islamisten zu lesen sei, würde mancher Bürger „in einem Kurzschluss denken, dass Islam und Islamismus das Gleiche seien.“

Schild
Quelle: EKHN / Desch

Der sträfliche Missbrauch von Religionen und Weltanschauungen dürfe aber kein Grund sein, einer Religion misstrauisch zu begegnen. Er schloss: „Die Gesellschaft wandelt sich. Neue Religionen kommen und sie bereichern unser Stadtbild.“

Dem Römerbergbündnis gehören unter anderem die Evangelische Kirche Frankfurt, die Katholische Kirche Frankfurt, die Jüdische Gemeinde Frankfurt, der Frankfurter Jugendring und der Deutsche Gewerkschaftsbund Frankfurt (DGB) an. 

[Rita Deschner]