Bericht

10. September 2008


Raus aus der 'Sektenecke' - rein in die Ökumene?

Neuapostolische Kirche strebt Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen an


Die Neuapostolische Kirche (NAK), bislang eine der klassischen so genannten „Sekten“, vollzieht seit einigen Jahren einen Öffnungsprozess hin zur Ökumene. So gibt es bereits erste Kontaktgespräche zwischen der NAK und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).Wohin wird dieser Weg führen, wie nehmen ihn die anderen christlichen Kirchen wahr und wie schätzen sie die Veränderungen ein?
Um diese Fragen ging es auf einer Studientagung im Zentrum Ökumene der EKHN in Frankfurt/M., die vom Beauftragten für Ökumenisches Lernen Pfarrer Dr. Kai Funkschmidt (zuständig unter anderem auch für Weltanschauungsfragen) und dem interkonfessionellen Beauftragten Pfarrer Jörg Bickelhaupt geleitet wurde.

Öffnungstendenzen der Neuapostolische Kirche

Eingangs stellte Dr. Michael Utsch, der für „Christliche Sondergemeinschaften“ zuständige Referent in der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, die aktuelle Situation aus der Sicht evangelischer Weltanschauungsarbeit dar. Er begrüßte die vorsichtigen Öffnungstendenzen der NAK, die sich etwa in einer oft großen Bereitschaft zur Kooperation aber auch in der Anerkennung anderer christlicher Taufen zeigen. Weiter bestehende Schwierigkeiten sieht er vor allem in den neuapostolischen Sonderlehren (Kirchen- und Amtsverständnis, Eschatologie, Entschlafenenwesen).

Ziel der NAK: Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Der Kirchensprecher der NAK Peter Johanning sowie der für Ökumene zuständige Apostel Volker Kühnle skizzierten danach die aktuelle Situation aus Sicht der Neuapostolischen Kirche. Sie formulierten den Willen der NAK, in einer langfristigen Perspektive Mitglied der ACK zu werden. Die anschließende Aussprache drehte sich unter anderem um das Bild der NAK von der eigene Geschichten, insbesondere im Umgang mit der sog. „Botschaft“ des früheren Stammapostels Johann Gottfried Bischof.

Langfristige Perspektive

Das abschließende Podium stellte fest, dass eine (von der NAK angestrebte) Mitgliedschaft in der ACK nur in einer langfristigen Perspektive möglich und denkbar sein dürfte. Denn der Wandlungs- und Öffnungsprozesses der NAK verläuft sehr heterogen und es stehen noch einige gewichtige, noch klärungsbedürftige theologischer Fragen offen. Andererseits gibt es erste durchaus verheißungsvolle Ansätze für ein gegenseitiges Kennen lernen, für Gespräche und Zusammenarbeit.

[Jörg Bickelhaupt / RD]