Meldung
Angriff auf das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft
Anschlg auf die Wormser Synagoge - Entsetzen, Solidarität und Mitgefühl in den rheinhessischen Dekanaten
Mit Entsetzen und großem Mitgefühl haben evangelische Christen auf die Nachricht reagiert, dass ein Brandanschlag auf die Synagoge in Worms unternommen wurde. Für Harald Storch, Dekan des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau, ist der Versuch der Brandstiftung eine „abscheuliche“ Tat. Dies unterstrich er mit einem Bibelwort bezüglich des jüdischen Volkes: "`Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an´, spricht der Ewige Gott." Dekan Storch hatte an der Mahnwache an der Synagoge teilgenommen, zu der am Montagabend über hundert Menschen kamen - darunter die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich, der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und viele Mitglieder des Stadtrates.
Gutes Verhältnis zu jüdischen Gemeinden
Dekan Storch brachte die Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde zum Ausdruck: „Die Synagoge ist ein wichtiges kulturelles Denkmal, aber vor allem ist sie das Gotteshaus der jüdischen Menschen in unserer Stadt. Es ist für uns von großer Bedeutung, dass sich in den letzten Jahrzehnten wieder jüdisches Leben in Worms entwickelt hat und wir Christen bemühen uns um ein gutes, neues Verhältnis mit der jüdischen Gemeinde.“
Auch aus dem Nachbardekanat Mainz äußerten sich Vertreter der evangelischen Kirche. „Seit vielen Jahren leben wir in einer guten Nachbarschaft zur jüdischen Gemeinde“, sagte Präses Dr. Birgit Pfeiffer, „um so schmerzlicher war es für uns, nun diese Nachricht erhalten zu haben“. „Unsere Gedanken sind im Moment bei den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, denen unsere ganze Solidarität gehört“, so Pfeiffer weiter.
Eröffnung einer Synagoge in Mainz
„Wir sind froh, dass im September wieder eine Synagoge in Mainz eröffnet wird“, sagte Pfarrer Stephan Müller-Kracht, kommissarischer Dekan von Mainz. „Wir sehen darin ein kraftvolles und schönes Zeichen dieser Nachbarschaft und des friedlichen und friedvollen Miteinanders“, so Müller-Kracht weiter. Die jüdische Gemeinde sei fester Bestandteil der Mainzer Bürgerschaft.
„Der respektvolle Dialog zwischen den Religionen, wie wir ihn seit vielen Jahren hier in Mainz führen, ist ein unumkehrbarer Weg und eine Grundlage für ein friedliches Miteinander in einer modernen Demokratie“, so Müller-Kracht weiter. Darin sei kein Platz für jedweden politischen wie auch religiösen Fundamentalismus - davon sind beide überzeugt.
[Yvonne Schnur / Gregor Ziorkewicz / RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 19.05.2010 | copyright by EKHN