Bericht

11. Juli 2005

Kirchenpräsident begrüßt Beschlüsse des G8-Gipfels als "Schritt in die richtige Richtung"

Steinacker: Schuldenerlass kommt Armen nur in Verbindung mit Antikorruptionsmaßnahmen zu Gute

"Mit den Beschlüssen von Gleneagle zum Schuldenerlass haben die Staats- und Regierungschefs der G 8-Staaten anerkannt, dass sich die bisher praktizierte Form der Entschuldungspolitik der Gläubigerländer als nicht ausreichend erwiesen hat." Mit diesen Worten hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Peter Steinacker, die Beschlüsse von Gleneagle zu Schuldenerlass und Armutsbekämpfung in Afrika begrüßt. Sie seien ein "weiterer Schritt in die richtige Richtung".

Steinacker zeigte sich beeindruckt, wie vielen jungen Menschen auf der ganzen Welt offensichtlich das Thema Schuldenerlass wichtig sei. Das hätten die 200.000 Teilnehmenden am Life8 Konzert in Berlin, die weltweit 2 Millionen an acht weiteren Konzertorten sowie die über 3 Milliarden Menschen, die deren Übertragungen gesehen haben, deutlich gemacht. Die dort erhobenen Forderungen nach einer Verdopplung der Entwicklungshilfe, nach einem umfassenden Schuldenerlass und nach weltweit fairen Handelsbeziehungen würden auch von den kirchlichen Hilfswerken und Entwicklungsorganisationen seit vielen Jahren unterstützt, weil die weltweite Armut nach christlicher Auffassung nicht dem Willen Gottes entspreche.

Steinacker: Prüfen, ob Arme spürbar entlastet werfen

Steinacker äußerte die Hoffnung, dass die Beschlüsse von Gleneagle zügig umgesetzt würden. Er forderte eine kritische Prüfung, ob sie zu spürbaren Entlastungen unter den armen Bevölkerungsgruppen führen. Es müsse verhindert werden, dass die frei werdenden Mittel in korrupten Regierungen und Verwaltungen versickern. Darüber hinaus werde es wichtig sein, in
Kooperation mit den jeweiligen Zivilgesellschaften demokratische und stabile Verhältnisse in den betroffenen Ländern zu fördern.
Aber es gelte auch die eigenen Hausaufgaben zu machen. So sei Deutschland auch nach dem G8-Treffen in Gleneagle von dem selbst gegebenen Versprechen, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen, noch weit entfernt.

Dem Terrorismus den Nährboden entziehen

Steinacker wies darauf hin: "Die Förderung gerechter Handelsbeziehungen, die Überwindung von Hunger und Leid, ein Leben in Würde für allen Menschen an jedem Ort dieser Welt ist auch ein entscheidender Beitrag dazu , dem weltweit agierenden Terrorismus letztendlich den Nährboden zu entziehen."

Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs