Meldung

09. Dezember 2005

Ältere Arbeitslose helfen Jugendlichen ins Berufsleben

Appell der Jugendwerkstatt zur ehrenamtlichen Mitarbeit


Die Jugendwerkstatt Gießen sucht erfahrene Menschen, die ihr berufliches Wissen und Können an jugendliche Arbeitslose weitergeben wollen. Pfarrer Christoph Geist von dieser evangelischen Jugendhilfeeinrichtung will mit seinem Appell vor allem ältere Langzeitarbeitslose ansprechen. Sie hätten oft jahrzehntelang wertvolle Arbeit in den verschiedensten Betrieben und Bereichen geleistet, dann in den allermeisten Fällen ganz ohne eigenes Zutun ihren Arbeitsplatz verloren. Sie könnten viel und hätten umfangreiche Erfahrungen, doch wolle sie so gut wie kein Betrieb mehr haben. "Das erleben zu müssen, ist hart und ungerecht", so Pfarrer Christoph Geist.

Erfahrung an junge Menschen weitergeben

Die Jugendwerkstatt könne die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundsätzlich ändern. Ihr Auftrag sei es, junge Menschen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Was sie aber älteren Arbeitslosen anbieten könne, sei eine sinnvolle und ehrenamtliche Mitarbeit, die jungen Menschen einen Weg ins Berufsleben eröffne. "Dabei braucht die Jugendwerkstatt dringend Hilfe von erfahrenen Menschen", bittet Pfarrer Geist.

Von der Schneiderin bis zum Installateur - unterschiedliche Fähigkeiten werden gebraucht

Die Jugendwerkstatt baue und betreibe verschiedenste Werkstätten in denen Jugendliche eine Zukunftsperspektive durch Qualifizierung und Ausbildung erhielten. Das Spektrum der Angebote erstreckt sich von einer Näherei, einer Küche und Kantine über ein Kaufhaus für Gebrauchtwaren, sowie eine Fahrradwerkstatt, eine Schlosserei, Fuhrpark bis zur Bauwerkstatt für Maurer, Zimmerer, Elektriker, und Installateure. In jedem dieser Arbeitsbereiche werden freiwillige ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.

Unterstützung für die Engagierten

Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, wird die Jugendwerkstatt Fahrtkosten und andere Unkosten ersetzen. Langzeitarbeitlose über 58 Jahren könnten sogar eine kleine Entschädigung von 150,00 € pro Monat erhalten, die anrechnungsfrei ist und dem Modell der so genannten Ein-Euro-Jobs entspricht. Das ersetze keinen bezahlten Arbeitsplatz, so Pfarrer Geist, "aber alles ist auch freiwillig und selbst zu entscheiden".

Kontakt

Interessierte könnten sich bei der Jugendwerkstatt beraten lassen, in welchem Arbeitsbereich und Umfang sie ihr Wissen und Erfahrungen einsetzen könnten. Fragen beantworten am Telefon der Jugendwerkstatt Dorothee Kill, Wolfgang Balser oder Christoph Geist unter 06 41/ 9 31 00-0.

[Matthias Hartmann]