Meldung

14. Mai 2006

Plakataktion für Ausbildungsplätze

Kirche setzt sich für langfristige Strukurveränderungen in Schule und Politik ein


Voraussichtlich werden viele Schulabgängerinnen und -abgänger im Herbst ohne berufliche Perspektive bleiben. Die Mitglieder des Netzwerkes "s.t.a.r.k." (Starkenburger Arbeitskreis Kirche und Wirtschaft) engagieren sich auf vielfältige Weise, um die Chancen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. So haben beispielsweise Schüler der Ernst-Reuter-Schule im Juni gemeinsam mit Lehrern und Mitarbeitern des regionalen "Netzwerkes Ausbildung Groß-Umstadt" am Zaun der Firma Messer ein Banner aufgehängt mit der Aufschrift "Ernst-Reuter-Schule sucht 41 Lehrstellen - Wer hilft?" Pfarrer Arno Kreh, Sprecher des Netzwerkes in Groß-Umstadt, appellierte an Firmen und Unternehmen, noch zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Er begrüßte, dass das Unternehmen "Messer" ab September wieder drei Lehrlinge ausbilden wird.

Schülerinnen und Schüler benötigen bereits in jungen Jahren kontinuierliche Förderung

Neben Aktionen wie diesen und dem Engagement der Ausbildungspaten, die den Jugendlichen bei ihrer Ausbildungsplatzsuche zu Seite stehen, will die evangelische Kirche die Strukturen langfristig zu verändern. "Wir hören immer wieder von Unternehmen, dass einige Jugendliche nicht ausbildungsfähig seien, um  die heutigen Anforderungen zu schaffen," erklärt Heike Miehe, Referentin für den Wirtschaftsraum Südhessen vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Von den Ausbildungspaten sei zu hören, dass die Förderung der Schülerinnen und Schüler eigentlich schon wesentlich früher beginnen müsse.

Bildungsbeirat in Weiterstadt gegründet

Diesem Problem haben sich nun das Netzwerk s.t.a.r.k.  in Weiterstadt mit Dr. Wilfried Vetter angenommen. In diesem Jahr gelang es der Initiative, einen Bildungsbeirat zu gründen. Heike Miehe erläuterte: "Vertreter aus Kindergärten, Grundschulen und aus weiterführenden Schulen sowie Elternvertreter haben gemeinsam einen Bericht erarbeitet, in dem sie Handlungsfelder und Konzepte der besseren schulpolitischen Entwicklung vor Ort dem Magistrat vorgelegt haben.“
Eine Idee, die Anerkennung findet: Die Kommune hat den Bildungsplan des Beirates bereits  im März verabschiedet.

Runder Tisch mit unterschiedlichen Interessen in Babenhausen

In Babenhausen hat s.t.a.r.k-Vertreter Horst Jonas zu einem Runden Tisch eingeladen, an dem sich der Bürgermeister, Beratungsvereine, die evangelische Kirche, Pädagogen, der Gewerbeverein  und die Arbeitsagentur beteiligten. Nach dem ersten Treffen im April 2006, an dem über 35 Vertreter und Vertreterinnen teilnahmen,  waren sich alle Beteiligten einig, dass sie die Ausbildungsmisere in weiteren kleineren Arbeitsgruppen angehen wollen.

"Die unterschiedlichen Initiativen laufen parallel: Einerseits helfen wir den Jugendlichen kurzfristig mit unseren Ausbildungspaten und Aktionen, andererseits verstärken wir die  Einbindung in kommunale Entscheidungsprozesse," fasste Heike Miehe das Konzept zusammen.

[Pf. Arno Kreh, Rita Deschner]