Bericht

13. Oktober 2006

Gerechte Teilhabe statt Ausgrenzung -Strategien gegen Armut

Symposium der Evangelischen Kirchen und des DGB in Rheinland-Pfalz: Mindestlohn gefordert



Wie gelingt der Übergang zu erfolgreichen politischen Strategien zur Bekämpfung der Armut? Wie schaffen wir Teilhabegerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit statt Menschen auszugrenzen? Die aktuell heftig diskutierte Armutsproblematik und die zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich stehen im Mittelpunkt des Symposiums „Gerechte Teilhabe statt Ausgrenzung – Strategien gegen Armut“, das die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und der DGB Rheinland-Pfalz am Montag, 13. November 2006, in der Evangelischen Christuskirche, Mainz, Kaiserstraße 56, veranstalten.

Die EKHN berät sich mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, um Armut zu bekämpfen

Propst Karg
Quelle:G. Ziorkewicz
Propst Karg

„Gewerkschaften und evangelische Kirchen in Rheinland-Pfalz fragen gemeinsam danach, was unsere Gesellschaft zusammenhält – zusammen halten kann“, so Propst Michael Karg zur Eröffnung des Symposiums in der Mainzer Christuskirche. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau stehe hier mit vielen gesellschaftlichen Gruppierungen in Konsultationen, so Karg weiter. „Wir möchten gemeinsam mit dem DGB mit Nachdruck Teilhabegerechtigkeit für die Menschen, die in Armut leben, einfordern“, gab Propst Karg  dem Symposium einen thematischen Schwerpunkt. „Wir wollen nach Strategien fragen, die Armut nachhaltig überwinden helfen“, sagte Karg.

Schaffung eines Mindeslohnes wird gefordert

Auf der nachmittäglichen Podiumsdiskussion forderte Nikolaus Schäfer, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Schaffung eines Mindestlohnes, damit eine Grenze nach unten bezeichnet ist. „Es ist zutiefst ungerecht, Menschen an den Rand zu drängen und sie gesellschaftlich auszuschließen. Dies werden wir Christen nicht akzeptieren“, so Schneider weiter. Es müssten neue Verabredungen getroffen werden wie Arbeit gesichert und geschaffen werden kann, über die Gestalt des Arbeitsmarktes wie beispielsweise den zweiten und dritten Arbeitsmarkt, über begleitende stärkende Rahmenbedingungen ebenso wie die Einführung eines Mindestlohnes und auch über die Gerechtigkeit  zwischen den Regionen in Deutschland müsse ein neuer Konsens gefunden werden, schlug Schneider vor.
Sozialministerin Malu Dreyer forderte ebenso einen Mindestlohn gegebenenfalls auch auf gesetzlicher Grundlage. Dies sei ein wichtiges Merkmal,  um Menschen „armutsfest“ zu machen, so die Ministerin.

Armutsbekämpfung ist ein Kampf zur Erhaltung der Demokratie

Armut definiere sich nach der Überzeugung der Podiumsteilnehmer vor allem als fehlende Teilhabe, an Bildung, an politischen Entscheidungen und auch am sozialen Miteinander in unserer Gesellschaft. Armutsbekämpfung sei auch immer ein Kampf für die Erhaltung unserer Demokratie, waren sich die  Teilnehmer mit Hinblick auf zunehmende rassistische Aktivitäten einig. 

[Gregor Ziorkewicz]