Meldung
"Häusliche Gewalt aus der Tabuzone herausholen"
Diakonie-Chef Gern setzt sich bei Podiumsdiskussion für Vernetzung im Hilfesystem ein
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Diakonisches Werk in Hessen und Nassau
Hilfe für Betroffene:
Psychologische Beratungsstellen der EKHN
Täter-Opfer-Ausgleich in Frankfurt
Haus für Frauen in Not in Wiesbaden
Weitere Hilfsangebote der Kirche
Betroffen von häuslicher Gewalt seien in 80 bis 95 Prozent aller Fälle Frauen. Etwa jede zehnte Frau in Deutschland habe schwere und wiederholte Gewalt in Beziehungen erlebt. Die Zahlen seien ein trauriger Beleg für ein Problem, das dringend Abhilfe brauche, so Gern. „Immer noch wird häusliche Gewalt als Tabuthema betrachtet. Es wird von Scham und von Schweigen begleitet, das nur wenige zu brechen wagen“, beschrieb Gern. Es sei dringend nötig, dass private Gewalt genauso behandelt werde wie Gewalt im öffentlichen Raum und aus der Tabuzone herausgeholt werde. „Häusliche Gewalt macht einen gesellschaftlichen Rahmen erforderlich. Es darf nicht sein, dass hinter der Wohnungstür für die Betroffenen ein schutzloser Raum beginnt. Auch dort müssen Täter zur Verantwortung gezogen werden, und die Opfer müssen Recht und Hilfe erhalten.“ Es sei wichtig, den Opfern schnell und unbürokratisch die richtige Hilfe geben zu können. Hierzu sei eine enge Vernetzung zwischen beratenden und helfenden Einrichtungen, Ämtern und Behörden notwendig, appellierte Gern.
Hilfe zur Überwindung häuslicher Gewalt können Betroffene laut Gern in verschiedenen diakonischen Einrichtungen finden: zum Beispiel in der Beratung des Täter-Opfer-Ausgleichs der Diakonie in Darmstadt, im Haus für Frauen in Not und der dazugehörenden Beratungsstelle in Wiesbaden, in der Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen im Familien- und Jugendhilfezentrum Alzey, oder auch in der Einzel-, Paar- und Familienberatung, die von der Diakonie in verschiedenen Städten angeboten wird.
Stichwort: Täter-Opfer-Ausgleich
Beim Täter-Opfer-Ausgleich handelt es sich um ein freiwilliges Angebot zur außergerichtlichen Konfliktschlichtung einer Straftat. Täter und Opfer bekommen die Chance, im Rahmen einer neutralen Vermittlung für sich selbst und ihre Belange Verantwortung zu übernehmen sowie Art, Form und Umfang einer Wiedergutmachung zu erarbeiten und zu vereinbaren. Der Täter-Opfer-Ausgleich wird zum Beispiel durch das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg angeboten.
Stichwort: Haus für Frauen in Not
Die Einrichtung der Diakonie in Wiesbaden bietet Frauen, die von ihrem Lebenspartner misshandelt und bedroht wurden, Beratung, Unterkunft und Hilfe. Betroffene erhalten Hilfe in allen persönlichen, finanziellen, sozialen und organisatorischen Angelegenheiten. Durch eine Erzieherin gibt es spezielle Angebote für Kinder bei der Aufarbeitung der oftmals traumatisch erlebten Gewaltsituationen. Im Haus für Frauen in Not stehen Zimmer für zehn Frauen mit Kindern, eine gemeinschaftlich zu nutzende Küche sowie ein großes Wohnzimmer zur Verfügung.
[Kathleen Niepmann, Pressesprecherin DWHN]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN