Meldung

18. Juni 2007

Liebe und professionelle Unterstützung für Hilfsbedürftige

Einweihung in Idstein - Propst Rink und Diakonie-Chef Gern predigen gemeinsam  



Frankfurt am Main/Idstein. „Almosen und die beste Finanzierung bringen Menschen nicht auf die Beine. Wer in Not ist, braucht helfende Liebe der Menschen am Ort und professionelle Hilfe. Profis und Ehrenamtliche gehören zusammen und müssen einander ergänzen – auch und gerade in der Kirchengemeinde. Das neue Haus der Kirche und Diakonie hat offene Türen für unterschiedliche Menschen und Milieus. Es gibt hier viele Dienste und Begabungen unter einem Dach, und alles ist zusammen sehr offen und gastfreundlich.“ Dies sagte Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, bei der Predigt zur feierlichen Eröffnung des Hauses der Kirche und Diakonie in Idstein, die er gemeinsam mit Dr. Sigurd Rink, dem Propst für Südnassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, hielt.

Rink sagte, „im neuen Haus der Kirche und Diakonie werden eine tatkräftige Kirchlichkeit und ein Glauben sichtbar, die die Menschenfreundlichkeit Gottes auf die Erde bringen. Wir brauchen eine solche Spiritualität, die nicht in der Selbsterfahrung stehen bleibt. Gottes Nähe muss spürbar werden, indem wir uns den Schwachen und Kranken zuwenden.“ Die beiden Theologen, die zu Gottesdienstbeginn gemeinsam mit einem Tandem angekommen waren, sagten einhellig, das Haus der Kirche und Diakonie mache deutlich, dass „Kirche und Diakonie zusammenfinden.“ Durch das Bild des Tandems solle deutlich werden: „Wir wollen miteinander viel Bewegung und wollen nicht bei alten Vorurteilen stehen bleiben.“ Beim Tandem fahren gehe es nur gemeinsam. Jeder müsse nicht alles tun. Arbeitsteilung sei angesagt und gut. Und das Haus für Kirche und Diakonie sorge für einen kurzen Draht und für eine gute Chemie nach beiden Seiten hin. Die ständige Kommunikation sorge zudem dafür, dass das Tandem von Diakonie und Kirche geölt bleibe und nicht verroste. „Das Haus der Kirche und Diakonie als Beispiel für eine diakonische Kirche ist zugleich ein deutliches Zeichen dafür, dass wir Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen, damit niemand verloren geht und die Stärkeren den Schwächeren im Leben beistehen“, hieß es in der Predigt.

Stichwort: Haus der Kirche und Diakonie in Idstein

Nach zweijähriger Planungsphase für das Haus der Kirche und Diakonie erfolgte am 30. September 2005 der offizielle Spatenstich. Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen 2,8 Millionen Euro. Den Kostenanteil für das Diakonische Werk werden mit 885.000 Euro beziffert. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen, die Aktion Mensch, das Integrationsamt, das Hessische Sozialministerium und der Rheingau-Taunus-Kreis finanzieren einen Großteil dieser Summe. Das Diakonische Werk und das Dekanat Idstein, als Träger der Diakoniestation, mussten Eigenmittel in Höhe von etwa 250.000 Euro aufbringen, die laut Wolfgang Wartenberg, Leiter des Diakonischen Werks Rheingau-Taunus, weitgehend über Spenden finanziert werden konnten. In den oberen Stockwerken des Hauses gibt es ein Wohnheim mit Plätzen für zwölf Menschen mit seelischer Behinderung. Hier stehen zwölf Einzimmerappartements zur Verfügung, die durch eine gemeinsame Küche mit anschließendem Ess- und Aufenthaltsbereich sowie Hauswirtschafts- und Beschäftigungsräumen und einer Dachterasse ergänzt wurden. Zudem entstanden in dem Haus der Eigentümerschaft aus kommunaler Wohnungsbaugesellschaft Rheingau-Taunus (KWB), dem Diakonischen Werk und der Diakoniestation Idstein weitere Büro- und Personalräume für die Diakoniestation sowie Büroräume und Wohnungen der KWB. Das evangelische Dekanat Idstein zog als Mieter ein. So haben im Haus der Kirche und Diakonie neben der Dekanatsleitung auch die Jugendarbeit und die Notfallseelsorge, die Profilstellen für Ökumene und Bildung sowie die Idsteiner Hospizbewegung und die Idsteiner Tafel ihre Büros bezogen.

 

[Kathleen Niepmann, Pressesprecherin DWHN]