Meldung

18. Juli 2007

Bedürfnisse des sterbenden Menschen als Richtschnur für politische Entscheidungen gefordert

EKHN veröffentlicht Handreichung zur Hospizarbeit  


„Es ist wichtig, dass die palliative Versorgung von sterbenden Menschen als Ziel in die Gesundheitsreform aufgenommen wird,“ erklärte Beate Jung-Henkel, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Hospiz in der EKHN. Allerdings müsse bei der konkreten Ausgestaltung dieses Zieles darauf geachtet werden, dass die Patienten nicht nur schmerzlindernde Medikamente erhalten und anhand bestimmter Kennzahlen verwaltet werden.

Bedürfnisse des Sterbenden im Mittelpunkt


Begleitung am Ende des Lebens: Hospizarbeit in der EKHN

"Handreichung für Hospizarbeit - Sterben ist Teil des Lebens" (PDF, 708 KB)
Handreichung in hoher Auflösung (PDF, 1,6 MB)

Broschüre bestellen:
Kirchenverwaltung der EKHN
Poststelle
Paulusplatz 1
64285 Darmstadt

Telefon: 06151 405-208

Ökumenische Hospiz-Initiative e.V.
Eibinger Straße 9
65385 Rüdesheim
Telefon: 06722 - 971278
hospiz-initiative.ruedesheim@t-online.de

„Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der kirchlichen Hospizgruppen haben Erfahrung mit Sterbenden. Kirche begleitet als Mahnerin den politischen Prozess“, so die Hospizpfarrerin. So sei es ihr Anliegen, dass Mediziner, Seelsorger, Pflegekräfte, ehrenamtliche Hospizmitarbeiterinnen, und Therapeuten gleichberechtigt aus ihren unterschiedlichen, professionellen Blickwinkeln auf die Bedürfnisse eines Patienten und seiner Familie schauen. „Dazu ist ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz notwendig.“ Dies sagte die Hospizpfarrerin, als sie vor Pressevertretern am 18. Juli in Frankfurt die Handreichung für Hospizarbeit „Sterben ist Teil des Lebens“ vorstellte.

Den Herausforderungen der Zukunft begegnen

Hospizzimmer
Quelle: Jung-Henkel
Hospizzimmer in Rüdesheim

Jung-Henkel sieht weiteren Handlungsbedarf: „Für die Zukunft werden aufgrund der demografischen Entwicklung und der auseinander brechenden Familien noch weitere Herausforderungen auf uns zukommen.“ Zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen bieten die Hospizgruppen bereits Anregungen, wie das Bereitstellen neuer sozialer Räume. So stellen beispielsweise die Ökumenische Hospizinitiative und das SCIVIAS-Krankenhaus Sankt Josef in Rüdesheim ein ambulantes Hospiz-Zimmer zur Verfügung.

Handreichung für Hospizarbeit veröffentlicht

Da sich die Sterbebegleitung zunehmend professionalisiert, hat die EKHN die Handreichung „Sterben ist Teil des Lebens“ veröffentlicht. Darin werden Standards festgeschrieben, nach denen die Hospizgruppen in Hessen und Nassau arbeiten. „Damit wollen wir deutlich machen, dass die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen professionell arbeiten, denn für diese Aufgabe setzen wir eine Qualifizierung voraus und bieten sie auch an,“ erläuterte die Pfarrerin. Die Handreichung richtet sich vorwiegend an Ehrenamtliche und Interessierte. Allein in Hessen-Nassau gibt es 26 Hospizgruppen, in denen rund 400 Ehrenamtliche tätig sind.

Einfühlsame Begleitung statt Sterbehilfe

Die Aufgabe der kirchlichen Hospizarbeit umriss Pfarrer Dr. Volker Schütz, Propst für Rheinhessen: „Sie unterstützt die Betroffenen und ihre Familien dabei, sich geistig darauf vorzubereiten, den letzen Schritt anzunehmen. Die letzte Phase soll nicht durch hoch technisierte Krankenhausmedizin bestimmt sein, sondern durch eine einfühlsame Begleitung.“ Ökumenisch getragene Hospizarbeit wolle den Tod weder beschleunigen, noch hinauszögern. Pfarrerin Jung-Henkel unterstrich: „Wir leisten keine Sterbehilfe!“  

[Rita Deschner]