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29. November 2007

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2007: das Schweigen brechen

Bilanz der Aids-Arbeit in der EKHN  



Zentrum Ökumene Beauftr. für
Ökumenische Diakonie

Praunheimer Landstraße 206
60488 Frankfurt
Telefon: 069 - 97651836
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hans.steubing@zoe-ekhn.de


1. Dezember 2007. 26 Jahre nach der ersten klinischen Identifizierung von HIV/Aids – sind die Zahlen der HIV-Infizierten und bis heute an Aids gestorbenen Menschen alarmierend hoch. Täglich sterben etwa 8.600 Menschen an Aids. Daran erinnert der am 1. Dezember von der UNO ausgerufene Welt-Aids-Tag. Rund um den Globus rücken an diesem Tag verschiedenste Organisationen das Thema Aids in den Vordergrund und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und ihren Familien zu üben. Der Tag soll auch Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft daran erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist.
Die EKHN ist Mitglied im Anti-Aids-Bündnis und unterstützt seit Jahren den Kampf gegen Aids finanziell und mit zahlreichen Aktivitäten.

Geld und Bildung

In den Jahren 2006/2007 hat die EKHN für Aids-Projekte 70.000 Euro bereitgestellt. Für 2008 sind bereits Aids-Projekte aus den Partnerkirchen in einem Umfang von 105.000 Euro beantragt, die zur Bewilligung anstehen. Während des ganzen Jahres führen Mitarbeiter/innen des Zentrums Ökumene der EKHN Informations- und Bildungsveranstaltungen für Schulklassen, Konfirmandengruppen und interessierte Gemeindegruppen durch.

Seit 1981 sind mehr als 60 Millionen  Menschen mit dem Virus infiziert worden, davon sind mehr als 25 Millionen Menschen gestorben. Laut Berichten von UNAIDS, der Aidsorganisation der Vereinten Nationen, lebten 2006 fast 40 Millionen Menschen mit HIV und Aids. In diesem Jahr starben knapp 3 Millionen Menschen an Aids. Mehr als 90 Prozent der HIV-infizierten Menschen leben in den Entwicklungsländern, besonders in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Trotzdem ist die Krankheit in vielen Ländern nach wie vor ein Tabu und wird verleugnet. Das hat gravierende Folgen für die medizinische Betreuung und soziale Akzeptanz der Erkrankten und ihrer Familien. Die sozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Folgeschäden der Krankheit treffen die gesamte Gesellschaft und die Kirchen. Fortschritte dieser Länder in den Bereichen Gesundheit, Bildung, wirtschaftliches Wachstum und Lebenserwartung sind dadurch massiv bedroht oder werden zunichte gemacht.

Kirchen gegen Aids

Die EKHN engagiert sich seit vielen Jahren im Kampf gegen HIV/Aids  und fordert dazu auf, aktiv gegen die Diskriminierung Aids-Kranker vorzugehen. Sie fördert die Hilfsinitiativen für Aids-Kranke in ihren Partnerkirchen und ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen Aids.

Beispiele

Masangane-Aids-Projekt in Südafrika

Das 1999 in Leben gerufene Projekt führt Aids-Tests durch, berät Patienten, macht Hausbesuche und betreut vor Ort, es ermöglicht die Behandlung mit bezahlbaren Medikamenten, führt Präventionsprogramme in Schulen und Krankenhäusern durch und unterstützt Aids-Waisen. In der Öffentlichkeit kämpft das Projekt gegen die Tabuisierung der Kranken. Viele der ehrenamtlich tätigen Frauen in diesem Projekt, die selbst infiziert sind, zeigen großen Mut, indem sie T-shirts mit dem Aufdruck „I am HIV-positive“tragen. Damit erregen sie auf der Straße viel Aufmerksamkeit und machen das Thema öffentlich.

HUYAWA-Aids-Programm  in Tansania

Auch die lutherische Partnerkirche in Tanzania engagiert sich aktiv in der Aids-Arbeit. Das von der EKHN unterstützte HUYAWA-Aids-Programm unterstützt besonders Aids-Waisen mit Nahrung, Kleidung und Wohnraum. Darüber hinaus zahlt es für Aids-Waisen die Kosten für weiterführende Schulen, Schuluniformen und Materialien. Frauen, deren Männer an Aids gestorben sind, erhalten juristischen Beistand, denn nach dem Tod des Ehemanns versucht die Familie des Mannes oft aufgrund kultureller Tradition den Besitz der Witwe zu übernehmen“ erklärt Pfarrer Jonas Balami, der Programmkoordinator von HUYAWA.

Aids, Sünde und die Kirche

Für die Kirchen war Aids lange Zeit ein besonders heikles Thema, weil es mit Sexualmoral gekoppelt ist. Mittlerweile haben die Kirchen in Afrika erkannt, dass sie nicht länger schweigen dürfen sondern aktiv, präventiv und kurativ handeln müssen. „Unsere Kirche hat Aids“ sagt auch Bischof Kameeta aus Namibia und betont damit die Solidarität der Kirche mit ihren erkrankten Mitgliedern.

EKD-Studie über Aids

„Für ein Leben in Würde“ - mit dieser Studie wendet sich die Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung an die Öffentlichkeit um über die globale Bedrohung durch HIV/Aids und die Handlungsmöglichkeiten der Kirche informieren. Sie ist 2007 erschienen und ist im Internet zu finden unter www.ekd.de/download/ekd_texte91.pdf oder über als Broschüre zu bestellen.

[Dr. Helga Rau]