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08. Januar 2008

Jugendkriminalität: Dem Hass die Liebe entgegensetzen

Gefängnisseelsorger äußert sich über die Rufe nach der neuen Härte  



Ev. Gefängnis-Seels. Wetterau Pfarrstelle JVA Butzbach
Kleeberger Straße 23
35510 Butzbach
Telefon: 06033 - 8935010



Gefängnisseelsorge in Deutschland

„Die Verknüpfungen von gesellschaftlichen, familiären und entwicklungspsychologischen Faktoren sind zu komplex, um sie einfach zu lösen im Sinne von: `mehr Härte gegen die Täter!´“, schrieb Pfarrer Dr. Tobias Müller-Monning, Gefängnisseelsorger der JVA Butzbach, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau. Der Anlass seines Artikels ist die Diskussion um ein schärferes Jugendstrafrecht.  

An den Ursachen arbeiten statt Feindbilder erzeugen

Wer für ein friedfertiges Zusammenleben eintrete, müsse auch die Not verstehen lernen, die Hassende gewaltbereit werden lasse, so der Gefängnisseelsorger. Durch Begriffe wie „harten Durchgreifen“ und „Warnschusses“ werden dagegen Feindbilder erzeugt, die von den Ursachen von Hass und Gewaltbereitschaft ablenken.  Weiterhin betonte Müller-Monning: „Seit Jahren geht die Kriminalität zurück.“

Unbequemen Weg der Liebe wählen

Aus seiner Sicht sind es die Wege der Entdämonisierung, der Deeskalation und der gelungenen Integration, die weiterhelfen. Abschließend versichert er: „Es sind mühselige, harte Wege, weil sie dem Hass die Liebe entgegensetzen, auf Verständnis und Einsicht bauen. Diese Härte und Mühsal einzugehen lohnen sich: sie machen das Leben sicherer und damit für uns alle friedlicher.“

[R. Deschner]