Bericht

21. Januar 2008

Kinderarmut beklagt

Propst Rink zu schlechten Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen  



Wiesbaden, 20.1. 2008. „Kinderarmut habe in der Bundesrepublik ihre Ursache in Bildungsarmut“ hat der Propst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Sigurd Rink (Wiesbaden), am Sonntagmorgen (20.1.) im Wiesbadener Stadtteil Schelmengraben beklagt.

Sozial schwache Familien könnten aber die Versorgung sowie Erziehung von Kindern und Jugendlichen oft nicht leisten. Kirche und Gesellschaft müssten Sorge tragen, dass Kinder schon früh Bildungschancen erhielten. Die Förderung der Sprachentwicklung und eine Sprachbildung seien von größter Wichtigkeit. „Nichts geht am Erwerb der deutschen Sprache vorbei“, meinte der  leitende Vertreter der EKHN im Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde am Schelmengraben.

Im hessischen Landtagswahlkampf sei jüngst ein Zerrbild von straffällig gewordenen Jugendlichen gezeichnet worden. Hintergrund für die Kriminalität seien sehr oft mangelnde Bildung, gescheiterte Schulabschlüsse und zerrüttete Familienverhältnisse.  Es komme auf „Verlässlichkeit“ an, welche die Gesellschaft und die Erziehungseinrichtungen bieten müssten, um Jugendliche auf einen guten Weg zu bringen. Rink kritisierte in seiner Themenpredigt „Kinderarmut und Bildungschancen“ aber auch die hohen Belastungen von Familien: In der Landeshauptstadt koste eine Busfahrkarte für Schüler 48 Euro. Man müsse fragen, ob eine Familie mit drei Kindern das leisten könne. 

Als Hilfsangebot für Familien in sozial schwierigen Verhältnissen kündigte Gemeindepfarrerin Jutta Jekel ab sofort die kostenlose Ausgabe eines warmen Essens für Kinder und Jugendliche zweimal in der Woche (dienstags und mittwochs 15.00 Uhr) am Nachmittag aus einem „Manna Mobil“ vor ihrem Gemeindezentrum an. Der Schelmengraben zählt in Wiesbaden zu den sozialen Brennpunkten der Stadt.

[Dr. R. Töpelmann]