Bericht

20. Juni 2008

Frauen trotz Arbeit von Armut bedroht - Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns gefordert

Evangelische Frauen in Hessen und Nassau beziehen Stellung zum Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung  


Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V.
G.-Stelle: Kath.-Zell-Haus

Erbacher Straße 17
64287 Darmstadt
Telefon: 06151 - 6690150
Telefax: 06151 - 6690169
info@EvangelischeFrauen.de
www.evangelischefrauen.de

Die Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau e.V. unterstützen alle Bemühungen zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von zehn Euro. Denn noch immer werden ungleiche Löhne an Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit gezahlt. Außerdem befinden sich Frauen  deutlich häufiger als Männer in den niedrigen Entgeltgruppen.
Dies teilte der Vorstand der Evangelischen Frauen am 18. Juni 2008 in seiner Stellungnahme zum Entwurf des Berichts vom 19. Mai des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales „Lebenslagen in Deutschland - der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ mit.

Armutsfallen für Frauen

In ihrer Mitteilung beschreiben die Evangelischen Frauen die typischen Armutsfallen für Frauen. So liege das Einkommen von Frauen auch bei vollzeitnahen Tätigkeiten in der Regel nach wie vor rund 20 Prozent unter dem Niveau der Männer. Außerdem werden frauentypische Erwerbsunterbrechungen zum Wohl der Familie in den Bereichen Erziehung und Pflege bisher nur sehr gering kompensiert. „Das geringere Einkommen von Frauen hat geringere Rentenbeitragszahlungen zur Folge. Hinzu kommen oft noch Lücken bei den Rentenbeitragszahlungen durch die  frauentypischen Erwerbsunterbrechungen,“ heißt es in der Mitteilung. Der Maßstab, um Armut zu vermeiden, sei aber eine möglichst durchgängige, vollzeitnahe, entlohnte Erwerbstätigkeit nach der Ausbildung bis zur Rente.
„Die bisherigen Lösungsansätze sind nur unzureichend“, stellen die Evangelischen Frauen fest.

Evangelische Frauen unterstützen Forderungen des Deutschen Frauenrats

Deshalb schließen sich die Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau den Forderungen des Deutschen Frauenrats an, den Berichtsentwurf entsprechend zu überarbeiten. Die detaillierte Stellungnahme des Deutschen Frauenrats zum vorgelegten Berichtsentwurf beschreibt in zahlreichen Beispielen, wo Nachbesserungen in der Berichterstattung bei den ergriffenen Maßnahmen geboten sind.

Geschlechtergerechte Sprache

Neben dem Mindestlohn fordert der Vorstand der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau, dass im 3. Armuts- und Reichtumsbericht das Kriterium „Geschlecht“ konsequent und durchgängig für alle Bereiche der Berichterstattung eingeführt werde.

Ebenso fordert der Vorstand für den geplanten Armuts- und Reichtumsbericht der Hessischen Landesregierung, dort konsequent „gendergerecht“ zu berichten und entsprechend die Wirkungsweise einzelner Maßnahmen zu überprüfen.

Rosel Tews/RD