Bericht

26. Juni 2008

Allein erziehende, berufstätige Mütter nutzen die "Tafel"

Dekanin Schmuck-Schätzel: "Da geht es schnell an die Würde, in dieser Schlange zu stehen"  


Unter den Besuchenden der Alzeyer Tafeln gebe es auch „Menschen, die wir dort nicht erwartet hätten“, sagte die evangelische Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel bei einer Gesprächsrunde des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am 25. Juni in Alzey. Sie berichtete dort aus dem Alltag der Alzeyer Tafel, einer Einrichtung, die bedürftige Menschen günstig mit Lebensmitteln versorgt. Als Beispiel nannte die Dekanin allein erziehende Mütter, „die den ganzen Tag arbeiten und trotzdem die Nahrungsmittel von der Tafel brauchen“. Die Pfarrerin ist auch Vorsitzende des Trägervereins der Tafel. Sie gab zu Bedenken: „In einer Kleinstadt kennt man sich. Da geht es schnell an die Würde, in dieser Schlange zu stehen.“

Arm trotz Arbeit: im Kreis Alzey-Worms gebe es rund 500 Menschen, die voll- oder teilzeitbeschäftigt und dennoch auf Sozialleistungen angewiesen seien. Diese Zahl nannte Landrat Ernst-Walter Görisch.
Die Gesprächsrunde stand im Zusammenhang mit einer Kampagne des DGB zum Mindestlohn.

 

Luise Botler /RD