Bericht
Evangelische Frauen in Rüsselsheim fordern Aufenthaltsrecht für Gülüzar Yildirim und ihre Töchter
Familie Yildirim soll aus humanitären Gründen das Aufenthaltsrecht in Deutschland gewährt werden. Dies forderte das Dekanatsteam der Evangelischen Frauen in Rüsselsheim und die Evangelische Frauenhilfe in der Luthergemeinde in Rüsselsheim, die eine Solidaritätsadresse vorbereitet hatten. Dekan Kurt Hohmann trug sie im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „100 Jahre ... auf gutem Kurs“ zur Geschichte der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau am 2. September 2008 vor.
Schutz in der Kirche gefunden
Zuvor hatte Dorothea Castor von der Stadtteilwerkstadt Dicker Busch in der Luthergemeinde Rüsselsheim von Gülüzar Yildirim und ihren Töchter Tuba und Yildis berichtet. Die drei Frauen hatten in Rüsselsheim im Kirchenasyl Schutz gesucht und haben noch immer keinen gesicherten Aufenthaltsstatus.
Bitte um Engagement für die drei Frauen
Die rund 40 anwesenden Frauen und Männer zeigten sich vom Schicksal der kurdischen Mutter und ihrer Töchter betroffen. Die Anwesenden stimmten der Forderung zu, den drei Frauen das Aufenthaltsrecht zu gewähren. Sie baten alle Behörden, Institutionen, Politiker und Politikerinnen, die Schritte in diese Richtung unternehmen können, sich für Gülüzar Yildirim und ihre Töchter einzusetzen.
Männliche Gewalt überwinden
Die Überwindung männlicher Gewalt, die sich gegen Frauen und Kinder richtet, ist ein wichtiges Anliegen evangelischer Frauenarbeit. In Deutschland hat es lange gedauert, bis diese Form von Gewalt als Verbrechen anerkannt wurde und die Betroffenen eigene Schutzräume erhielten.
Es ist bekannt, dass die Ächtung von Gewalt gegen Frauen, insbesondere in Form der Zwangsheirat, vielerorts noch nicht zum gesellschaftlichen Standard gehört. Nachdem Gülüzar Yildirim und ihre Töchter jahrelang unter gewalttätigen Männern ihrer Herkunftskultur leiden mussten, sollte ihnen jetzt Schutz durch Erteilung des Aufenthaltsrechts aus humanitären Gründen gewährt werden.
Mechthild Köhl / RD
zurück | letzte Aktualisierung: 11.09.2008 | copyright by EKHN