Bericht

14. Oktober 2008

Die tägliche "Finanzkrise" der Armen und Arbeitslosen

Fürbitten aus dem Krug in der Alten Nikolaikirche



Psalmvers 56,9:
Gott, sammle meine Tränen in deinen Krug.

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Alte Nikolaikirche

„Manche Menschen sehen die Finanzkrise als wahre Chance, eine gerechtere Welt zu gestalten. Sie sind der Auffassung, dass wir auch mit weniger zurecht kommen,“ dies berichtet Dr. Jeffrey Myers, Pfarrer an der Alten Nikolaikirche in Frankfurt am 14. Oktober. Er hatte eine Woche zuvor einen großen Krug in der Kirche aufgestellt, in den Betroffene und andere Besucher ihre Fürbitten und Sorgen angesichts der Finanzkrise hineinlegen konnten. Die eingeworfenen Zettel werden in der Kirche vorgelesen und in der Gemeinde wird für die Anliegen gebetet.

Deshalb hat Jeffrey Myers eine Ahnung davon, was viele Menschen bewegt: Es werde an diejenigen gedacht, die unter einer ständigen "Finanzkrise" leiden: an die Armen, die von weniger als einem Euro am Tag leben - also an die Hälfte der Menschheit. Dann habe jemand vorgeschlagen, dass es wohltätige Arbeiten für Investmentbanker geben solle. Der Pfarrer, dessen Kirche in Sichtweise der Bankentürme steht, ergänzt: „Bei den bisherigen Gebetszetteln kommt die Bitte an Gott vor, unseren Blick auf das Wesentliche zu richten. Bei anderen geht es darum, das Vertrauen wiederherzustellen und dass die Angst nicht siegt. Auch für Hoffnung und Kraft für die Opfer der Krise wird gebetet, aber auch, dass Gott die Banker von Gier und Hochmut befreit und sie an ihre Verantwortung erinnert.

 

Rita Deschner/PWS